Technische Funktion beim Zusammenschalten von Erzeugern und Netz
Eine Synchronisieranlage prüft, ob die elektrischen Bedingungen für das Zusammenschalten erfüllt sind, und gibt den Schaltvorgang erst dann frei. Relevant sind insbesondere Spannungsniveau, Frequenz und Phasenlage zwischen den beteiligten Einspeisungen. Je nach Ausführung beeinflusst die Anlage auch die Nachführung der Generatorparameter, damit ein synchroner Zustand erreicht wird. Damit wird das Parallelschalten kontrolliert vorbereitet, statt einen Schalter zu einem beliebigen Zeitpunkt zu schliessen.
Typische Einsatzsituationen in der Notstromversorgung
Synchronisieranlagen kommen vor allem in Anlagen mit mehreren Generatoren, bei stufenweiser Leistungserweiterung oder bei Lastaufteilung im Parallelbetrieb zum Einsatz. Sie werden auch benötigt, wenn nach einem Netzausfall nicht nur auf Ersatzstrom umgeschaltet, sondern später wieder synchron auf das Netz zurückgeführt werden soll. In grösseren Verteilungen können sie Teil eines abgestimmten Zusammenspiels aus Schaltanlage, Schutztechnik und Generatorsteuerung sein. Ohne Parallelbetrieb ist ihr Einsatz oft nicht erforderlich.
Ausführungen und typische Systemvarianten
Unterschieden wird unter anderem zwischen Synchronisation Generator zu Generator und Generator zu Netz. Je nach Anlagenkonzept erfolgt die Funktion manuell überwacht, teilautomatisiert oder vollautomatisch. Synchronisierfunktionen können als separates Gerät, als Bestandteil einer Generatorsteuerung oder integriert in Schaltanlagen umgesetzt sein. In der Praxis sind sie häufig mit Funktionen für Lastverteilung, Leistungsregelung oder Schaltfreigabe verbunden, bleiben fachlich aber auf den synchronen Koppelvorgang ausgerichtet.
Abgrenzung zu Notstromautomatik, USV und Generatorgruppen
Synchronisieranlagen sind nicht mit der Notstromautomatik gleichzusetzen. Die Notstromautomatik steuert typischerweise den Wechsel zwischen Netz- und Ersatzversorgung, während die Synchronisieranlage den exakten Zeitpunkt und die Bedingungen für das Parallelschalten bestimmt. Von USV-Anlagen unterscheiden sie sich ebenfalls klar: Eine USV überbrückt Versorgungslücken für kritische Verbraucher, erzeugt aber keine Synchronisation zwischen Netz und rotierenden Erzeugern. Auch Generatorgruppen oder Dieselgeneratoren sind nicht die Synchronisieranlage selbst, sondern die Energiequellen, deren Zusammenschaltung koordiniert wird.