Welche Punkte bei der Auslegung geprüft werden
Die Planung eines Austragungssystems richtet sich nach dem Materialverhalten im Bunker oder Silo und nach den Anforderungen des Folgeprozesses. Relevant sind unter anderem Fliessverhalten, Feuchte, Korngrössenverteilung, Neigung zu Brückenbildung oder Anbackungen sowie die gewünschte Austragsmenge. Hinzu kommen Fragen zur Behältergeometrie, zur Gleichmässigkeit des Materialabzugs, zur Dosierbarkeit und zur Zugänglichkeit für Reinigung und Unterhalt. In der Planung werden diese Faktoren zusammengeführt, damit Lagerung und Austrag technisch aufeinander abgestimmt sind.
Einsatzbereiche in der Abfallbewirtschaftung
Austragungssysteme werden dort benötigt, wo Reststoffe, aufbereitete Fraktionen oder andere Schüttgüter zwischengelagert und in nachfolgende Prozesse übergeben werden. Das betrifft beispielsweise Annahme- und Vorratsbunker, Dosiersilos oder Pufferbehälter in Behandlungs- und Aufbereitungsanlagen. Je nach Material und Prozess kann ein gleichmässiger, intermittierender oder bedarfsgeregelter Austrag erforderlich sein. Die planerische Leistung bezieht sich deshalb immer auf den konkreten Betriebsablauf und nicht nur auf das einzelne Aggregat.
Planerische Unterschiede zwischen Bunker- und Silolösungen
Bunkeraustragung und Siloaustragung stellen ähnliche, aber nicht identische Anforderungen. Bunker arbeiten häufig mit breiteren Entnahmezonen und werden oft für heterogene oder schwierig fliessende Materialien vorgesehen. Silos sind stärker auf vertikalen Materialfluss, definierte Austragspunkte und berechenbare Lagerbedingungen ausgelegt. In der Planung werden deshalb unterschiedliche Austragsprinzipien, Behälterformen, Einbauten und Förderschnittstellen betrachtet. Auch die Frage, ob eine vorhandene Anlage angepasst oder eine neue Lösung entwickelt werden soll, beeinflusst die Auslegung.
Abgrenzung zu verwandten Planungsleistungen
Diese Leistung ist enger gefasst als eine allgemeine Planung oder betriebswirtschaftliche Beratung, weil sie sich konkret mit Lager- und Austragsprozessen von Schüttgütern befasst. Sie unterscheidet sich auch von kompletten Anlagen, bei denen die gesamte Verfahrens- und Anlagentechnik geplant oder geliefert wird. Gegenüber Prozessleitsystemen liegt der Schwerpunkt nicht auf Steuerung und Visualisierung, sondern auf der mechanischen und verfahrenstechnischen Funktionsfähigkeit des Austrags. Wenn Austragungssysteme Teil einer Kompostier-, Biogas- oder sonstigen Behandlungsanlage sind, betrifft diese Seite den spezifischen Teilbereich der Materialentnahme aus Bunkern und Silos.