Wie inverse Fotografie bei Rekultivierungen eingesetzt wird
Bei der inversen Fotografie werden Aufnahmen rekultivierter Oberflächen nicht nur dokumentiert, sondern gezielt für die Beurteilung aufbereitet. Sichtbare Unterschiede zwischen bewachsenen und unbewachsenen Bereichen, Unebenheiten, Erosionsspuren oder lückiger Entwicklung lassen sich dadurch strukturierter erfassen. Die Methode eignet sich vor allem für Fragestellungen, bei denen der sichtbare Zustand einer Fläche über Bildmaterial nachvollziehbar beschrieben und verglichen werden soll.
Typische Beurteilungssituationen auf rekultivierten Flächen
Eingesetzt wird die Methode bei der Kontrolle von Rekultivierungsetappen, bei periodischen Zustandsaufnahmen sowie bei der Begleitung von Nachsorge- und Unterhaltsphasen. Sie kann helfen, Veränderungen zwischen verschiedenen Zeitpunkten festzuhalten, etwa nach Ansaat, nach der ersten Vegetationsperiode oder nach Witterungsereignissen. Im Umfeld der Abfallbewirtschaftung betrifft dies insbesondere Deponieoberflächen und andere wiederhergestellte Flächen mit dokumentationspflichtigem Entwicklungsverlauf.
Mögliche Auswertungsformen und Dokumentationsansätze
Die Beurteilung kann als Einzelaufnahme, als Vergleich fester Fotopunkte oder als zeitlich abgestimmte Bildreihe erfolgen. Je nach Fragestellung stehen die flächenhafte Deckung, die räumliche Verteilung von Auffälligkeiten oder die Entwicklung über mehrere Aufnahmezeitpunkte im Vordergrund. Aussagekräftig wird die Methode vor allem dann, wenn Bildstandorte, Blickrichtung, Lichtverhältnisse und Aufnahmeabstände möglichst konsistent gehalten werden.
Abgrenzung zu anderen Analyse- und Gutachterleistungen
Diese Leistung gehört innerhalb der Abfallbewirtschaftung zu den bildgestützten Analyse- und Beurteilungsverfahren. Im Unterschied zu chemischen Analysen oder Schadstoffanalysen liefert sie keine Stoffkonzentrationen und ersetzt keine Laboruntersuchung. Gegenüber Standortuntersuchungen für Deponien oder Planungsleistungen beurteilt sie nicht die Eignung eines Standorts oder die Projektierung, sondern den sichtbaren Zustand einer bereits rekultivierten Fläche. Von Sanierungen unterscheidet sie sich dadurch, dass sie der Bewertung und Dokumentation dient, nicht der Ausführung von Massnahmen.