Funktionsweise von Ballenpressen
Eine Ballenpresse komprimiert lose, meist leichte Wertstoffe in einer Presskammer und formt daraus Ballen mit definierter Grösse. Nach dem Verdichten wird das Material mit Bändern oder Draht gesichert, damit der Ballen beim Handling formstabil bleibt. Das Ziel ist nicht die Zerkleinerung, sondern die Volumenreduktion und die geordnete Bereitstellung für Zwischenlagerung, Transport oder Vermarktung von Wertstoffen.
Typische Materialien und Einsatzorte
Eingesetzt werden Ballenpressen vor allem für Kartonagen, Papier und Folien, teilweise auch für andere trockene, pressbare Fraktionen. Typische Anwendungsorte sind Logistik- und Handelsbetriebe, Industrieunternehmen, Lagerstandorte sowie Entsorgungs- und Sortierbetriebe. Die Pressung direkt am Anfallort reduziert lose Materialmengen und erleichtert die getrennte Erfassung verwertbarer Stoffe.
Bauformen und betriebliche Auslegung
Gebräuchlich sind vertikale und horizontale Ballenpressen. Vertikale Anlagen werden häufig dort eingesetzt, wo Materialmengen überschaubar sind und der Platzbedarf begrenzt ist, während horizontale Systeme eher bei laufendem Materialanfall und höherem Durchsatz vorkommen. Unterschieden wird zudem nach manueller oder automatisierter Bindung sowie nach der Eignung für bestimmte Fraktionen, da sich etwa Karton, Papier und Folien im Pressverhalten unterscheiden.
Abgrenzung zu anderen Sammeleinrichtungen
Ballenpressen sind von Verdichtern für offene Container zu unterscheiden: Containerverdichter komprimieren Abfälle direkt im Behälter, erzeugen aber in der Regel keine gebundenen Einzelballen. Gegenüber Dosenpressen, Fasspressen oder Glaspressen sind Ballenpressen breiter auf trockene Wertstofffraktionen wie Karton und Folien ausgerichtet. Aktenvernichter mit Ballenpressen kombinieren zuerst die Zerkleinerung vertraulicher Unterlagen und danach die Verdichtung; eine reine Ballenpresse übernimmt nur den Pressvorgang.