Was unter Abwasserförderung verstanden wird
Zur Abwasserförderung gehören technische Einrichtungen und Leitungsabschnitte, die Abwasser hydraulisch transportieren. Dazu zählen je nach Situation unter anderem Pumpen, Hebeanlagen, Pumpwerke, Druckleitungen und zugehörige Armaturen. Die Auslegung richtet sich nach Förderhöhe, Fördermenge, Medium, Feststoffanteil, Betriebsweise und den örtlichen Einbaubedingungen. Förderlösungen müssen zudem auf Rückstau, Wartungszugang und den sicheren Betrieb bei wechselnden Zuflüssen abgestimmt sein.
Typische Einsatzbereiche von Gebäuden bis zum Kanalnetz
In Gebäuden wird Abwasserförderung dort benötigt, wo Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene liegen oder weit vom Anschluss entfernt sind. In Industrie- und Gewerbeanlagen dient sie dazu, Prozessabwasser, verschmutztes Oberflächenwasser oder betriebliche Teilströme zu sammeln und an eine Vorbehandlung oder in das interne Netz weiterzugeben. Im kommunalen Bereich verbindet sie tiefliegende Einzugsgebiete, Unterführungen, Sonderbauwerke oder abgelegene Siedlungsteile mit dem übergeordneten Kanalsystem. Auch auf Baustellen und bei temporären Entwässerungssituationen kann eine Förderlösung erforderlich sein.
Technische Ausprägungen und Förderkonzepte
Abwasser kann im Freigefälle oder mittels Druckförderung transportiert werden. Wo das Geländegefälle ausreicht, stehen Leitungsführung und hydraulische Bemessung im Vordergrund; bei fehlendem Gefälle kommen Hebeanlagen oder Pumpwerke zum Einsatz. Je nach Medium unterscheiden sich Lösungen für häusliches Abwasser, Regen- und Mischwasser oder belastetes Prozessabwasser. Weitere Unterschiede ergeben sich aus der Bauform, etwa bei Einzelanlagen in Gebäuden, zentralen Sammelschächten oder grösseren Förderstationen im Netz.
Abgrenzung zu Abwasserbehandlung und Wasseraufbereitung
Abwasserförderung ist dem Transport des Abwassers vorgelagert oder in den Verfahrensablauf eingebunden, sie ersetzt jedoch keine Behandlung. Mechanische, physikalische, chemische oder biologische Verfahren verändern die Zusammensetzung des Abwassers, während die Förderung es nur von einem Punkt zum anderen bringt. Auch stationäre oder mobile Kläranlagen gehören zur Reinigung und nicht zur Fördertechnik. Von der Wasseraufbereitung unterscheidet sich die Abwasserförderung bereits durch das Medium und den Zweck: Hier geht es um die Ableitung und Weiterführung von verschmutztem Wasser.