Funktionsweise unbepflanzter Sandfilter
Bei unbepflanzten Sandfiltern durchströmt vorbehandeltes Abwasser einen aus Sand oder vergleichbarem Filtermaterial aufgebauten Körper. Dabei werden Feststoffe zurückgehalten, gelöste Inhaltsstoffe mikrobiell abgebaut und die Ablaufqualität durch Filtration und biologische Prozesse verbessert. Entscheidend sind ein geeigneter Schichtaufbau, eine gleichmässige Beschickung und eine funktionierende Entwässerung des Filters.
Einsatz in der naturnahen Abwasserreinigung
Unbepflanzte Sandfilter kommen als Reinigungsstufe in dezentralen oder kleineren Abwassersystemen in Frage, insbesondere nach einer Vorbehandlung oder als nachgeschaltete Filterstufe. Sie werden eingesetzt, wenn eine einfache, vegetationsfreie Bauweise gefragt ist oder wenn die Behandlung in einem klar definierten Filterkörper erfolgen soll. Die konkrete Eignung hängt vom Abwasseranfall, vom Vorreinigungsgrad und von den Anforderungen an den Ablauf ab.
Bauformen und betriebliche Ausprägungen
Unbepflanzte Sandfilter unterscheiden sich unter anderem im Schichtaufbau, in der Körnung des Filtermaterials, in der Art der Beschickung und in der Ableitung des gereinigten Wassers. Möglich sind offene oder abgedeckte Ausführungen sowie ein- oder mehrstufige Anordnungen. Je nach Konzept sind auch Verteil- und Drainagesysteme, Vorbehandlungsbehälter und Kontrollschächte Teil der Anlage.
Abgrenzung zu bepflanzten Sandfiltern
Innerhalb der Leistung Sandfilter bezeichnet "unbepflanzte" jene Systeme, die ohne bewurzelte Vegetationsschicht betrieben werden. Im Unterschied zu bepflanzten Sandfiltern entfällt damit die pflanzliche Komponente als Teil des Filtermilieus und der Oberflächengestaltung. Die Reinigungsleistung wird hier primär über das Filtermaterial, die hydraulische Führung und den mikrobiellen Aufwuchs im Substrat erreicht.