Was unter analytischen Kontrollen verstanden wird
Analytische Kontrollen umfassen die systematische Pruefung von Proben oder Prozessstroemen nach vorgegebenen Parametern, Messpunkten und Zeitabstaenden. Je nach Anlage und Aufgabenstellung werden physikalische, chemische oder mikrobiologische Kennwerte bestimmt. Der Schwerpunkt liegt auf der laufenden Ueberwachung, der Dokumentation von Abweichungen und der Beurteilung, ob ein Prozess stabil arbeitet oder weitere Abklaerungen noetig sind.
Typische Einsatzbereiche in Wasser-, Abwasser- und Schlammprozessen
Eingesetzt werden analytische Kontrollen unter anderem bei der Roh- und Trinkwasserueberwachung, in Klaeranlagen, bei industriellen Abwasserstroemen sowie in der Schlammbehandlung. Kontrolliert werden beispielsweise Zulauf, einzelne Verfahrensstufen und Ablauf, um Veraenderungen im Betrieb frueh zu erkennen. Auch bei Betriebsumstellungen, Stoerfaellen, Sanierungen oder nach Wartungsarbeiten werden analytische Kontrollen genutzt, um die Wirkung von Massnahmen nachvollziehbar zu pruefen.
Umfang, Probenahme und Auswertung
Der Umfang analytischer Kontrollen reicht von einfachen Routinemessungen bis zu mehrstufigen Kontrollprogrammen mit festgelegten Probenahmen, Laborpruefungen und Verlaufsvergleichen. Relevant sind dabei nicht nur die Messwerte selbst, sondern auch die Probematrix, der Entnahmeort, die Haeufigkeit und die Vergleichbarkeit ueber die Zeit. Ausgewertet werden die Ergebnisse im Zusammenhang mit Grenz-, Richt- oder internen Betriebswerten sowie mit den konkreten Prozessbedingungen der Anlage.
Abgrenzung zu chemischen Analysen und Spezialuntersuchungen
Analytische Kontrollen sind breiter als eine einzelne chemische Analyse, weil sie als wiederkehrender Ueberwachungsprozess organisiert sind und nicht nur eine isolierte Laborbestimmung meinen. Gegenueber Elementanalysen sind sie weniger auf bestimmte Stoffgruppen wie Metalle ausgerichtet, sondern auf die fortlaufende Kontrolle relevanter Betriebs- und Qualitaetsparameter. Legionellenuntersuchungen betreffen eine klar abgegrenzte mikrobiologische Fragestellung, waehrend Zustandsanalysen von Wasserversorgungs-Unternehmen den technischen und organisatorischen Gesamtzustand einer Versorgung beurteilen und nicht primaer Laborwerte erfassen.