Wie biologische Abbauprozesse in der Abfallbehandlung eingesetzt werden
Im Mittelpunkt stehen natürliche oder gezielt geführte Stoffwechselprozesse von Mikroorganismen. Diese bauen organische Verbindungen unter aeroben oder anaeroben Bedingungen ab oder wandeln sie in andere Stoffe um. Entscheidend für den Verlauf sind unter anderem Feuchtigkeit, Temperatur, Sauerstoffverfügbarkeit, pH-Wert und die Zusammensetzung des Materials. Grenzen bestehen dort, wo Stoffe biologisch kaum abbaubar, stark toxisch oder sehr stark schwankend zusammengesetzt sind.
Typische Abfallarten und betriebliche Einsatzfelder
Eingesetzt wird die biotechnologische Abfallbehandlung bei organisch belasteten festen, pastösen oder flüssigen Stoffströmen. Dazu zählen je nach Anlage und Verfahren beispielsweise Schlämme, organikreiche Reststoffe aus Produktion und Verarbeitung oder belastete Materialien aus Sanierungsprojekten, sofern deren Inhaltsstoffe biologisch behandelbar sind. Die Methode wird in industriellen, kommunalen und spezialisierten umwelttechnischen Kontexten genutzt, häufig als Teil eines mehrstufigen Behandlungskonzepts.
Verfahrensformen von offenen Systemen bis zum Reaktorbetrieb
Die Ausgestaltung reicht von vergleichsweise einfachen biologischen Behandlungsverfahren bis zu technisch stark gesteuerten Reaktorsystemen. Unterschieden wird unter anderem zwischen aeroben und anaeroben Prozessen sowie zwischen offener, geschlossener, stationärer oder mobil einsetzbarer Behandlung. Bei festen Materialien stehen häufig Belüftung, Durchmischung und Feuchteregelung im Vordergrund, bei flüssigen Stoffströmen eher die biologische Umsetzung im Behälter oder in gekapselten Prozessstufen. Welche Form geeignet ist, hängt von Materialeigenschaften, Platzverhältnissen, Emissionsanforderungen und dem gewünschten Behandlungsergebnis ab.
Abgrenzung innerhalb von Umwelttechnik und Sanierung
Innerhalb der Leistung Umwelttechnik und Sanierung konzentriert sich die biotechnologische Abfallbehandlung auf biologisch behandelbare Abfälle und Reststoffe. Sie unterscheidet sich von der Entgiftung, bei der die Verringerung akuter oder spezifischer Schadwirkungen im Vordergrund steht und nicht zwingend ein biologischer Abbau. Von der Grundwassersanierung grenzt sie sich durch das Behandlungsmedium ab, da dort kontaminiertes Grundwasser und nicht allgemeine Abfallströme bearbeitet werden. Hydrobotanische Kläranlagen sind wiederum auf bepflanzte, naturnahe Reinigungssysteme für Wasser ausgerichtet und decken nicht das gesamte Spektrum biologischer Abfallbehandlung ab.