Was unter Grundwassersanierung verstanden wird
Bei der Grundwassersanierung wird nicht nur das Wasser selbst betrachtet, sondern das gesamte System aus Schadstoffquelle, Untergrund, Strömungsverhältnissen und Ausbreitung im Aquifer. Je nach Schadstoffbild kann die Sanierung auf die Beseitigung der Quelle, die Behandlung des belasteten Grundwassers oder auf die hydraulische und stoffliche Sicherung ausgerichtet sein. Grundlage sind in der Regel Untersuchungen zur Schadstoffverteilung, zur Hydrogeologie und zum Verhalten der Stoffe im Untergrund.
Typische Auslöser und Einsatzbereiche
Grundwassersanierungen werden häufig bei belasteten Standorten, ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen, Tankanlagen, Deponien oder nach Havarien erforderlich. Relevant sind Fälle, in denen Schadstoffe in den Untergrund eingedrungen sind und sich mit dem Grundwasser verlagern. Besondere Bedeutung hat die Sanierung dort, wo Trinkwasserfassungen, Oberflächengewässer, Bauvorhaben oder sensible Nutzungen betroffen sind. Auch bei bereits gesicherten Altlasten kann eine nachgeschaltete Behandlung des Grundwassers notwendig sein.
Verfahrensarten bei der Sanierung von Grundwasser
Zum Einsatz kommen sowohl In-situ-Verfahren im Untergrund als auch Ex-situ-Verfahren nach Förderung des Grundwassers. In-situ-Massnahmen umfassen je nach Situation biologische, chemische oder physikalische Ansätze sowie Sperr- und Barriersysteme zur Begrenzung der Schadstoffausbreitung. Ex-situ-Verfahren arbeiten mit Förderbrunnen und einer nachgeschalteten Wasserbehandlung, etwa wenn Schadstoffe gezielt aus dem Grundwasserstrom entfernt werden sollen. Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem von Stoffgruppe, Konzentration, Bodeneigenschaften, Grundwasserströmung und Erreichbarkeit des Schadensbereichs ab.
Einordnung innerhalb der Umwelttechnik und Abgrenzung
Grundwassersanierung ist innerhalb der Umwelttechnik und Sanierung auf kontaminierte Aquifere und deren Schadstoffdynamik ausgerichtet. Sie unterscheidet sich von der Entgiftung, die allgemein auf die Unschädlichmachung oder Reduktion gefährlicher Stoffe in unterschiedlichen Medien abzielen kann. Von biotechnologischer Abfallbehandlung grenzt sie sich dadurch ab, dass nicht Abfallströme, sondern ein belasteter Untergrund- und Wasserraum behandelt wird. Hydrobotanische Kläranlagen dienen in der Regel der Behandlung von Abwasser, nicht der Sanierung eines bereits kontaminierten Grundwasserkörpers.