Funktionsweise von Regelventilen im Prozessbetrieb
Ein Regelventil verändert den freien Strömungsquerschnitt in Abhängigkeit von einem Steuersignal. Dadurch lässt sich der Volumenstrom oder der Druck in einer Leitung gezielt anpassen. Die Ansteuerung erfolgt typischerweise über einen Stellantrieb, der Soll- und Istwerte aus der Prozessregelung umsetzt. Entscheidend ist dabei nicht nur das Öffnen oder Schliessen, sondern das reproduzierbare Regeln innerhalb eines bestimmten Arbeitsbereichs.
Einsatz in Wasser-, Abwasser- und Schlammanlagen
In Anlagen der Wasserbehandlung und Abwasserbehandlung kommen Regelventile dort zum Einsatz, wo Medienströme laufend an veränderte Betriebszustände angepasst werden müssen. Typische Anwendungen sind Dosierprozesse, Druckhaltung in Leitungsabschnitten, Verteilung von Teilströmen oder die Steuerung von Zu- und Abläufen in verfahrenstechnischen Stufen. Auch in Kombination mit Pumpen, Hebeanlagen oder Rührwerken werden sie eingesetzt, wenn Fördermengen nicht konstant bleiben sollen.
Ausführungen nach Medium, Antrieb und Regelaufgabe
Regelventile werden nach Medium, Druckverhältnissen, Temperaturbereich, erforderlicher Regelgenauigkeit und Art der Ansteuerung ausgewählt. Je nach Anlage kommen unterschiedliche Bauformen sowie elektrische, pneumatische oder andere Antriebsarten in Frage. Für verschmutzte, abrasive oder chemisch belastete Medien gelten andere Anforderungen als für sauberes Wasser. Ebenso unterscheidet sich die Auslegung je nachdem, ob eine feinfühlige kontinuierliche Regelung oder eher eine einfache Stellfunktion benötigt wird.
Abgrenzung zu anderen Ventilen und zur Zutrittsfunktion eines Ventils
Innerhalb der Leistung Ventile gehören Regelventile zu den Armaturen mit gezielter Stellfunktion im laufenden Betrieb. Sie unterscheiden sich von Sicherheitsventilen, die Anlagen vor unzulässigen Druckzuständen schützen, von Schwimmerventilen mit niveaubasierter mechanischer Steuerung und von Kugelrückschlagventilen, die den Rückfluss verhindern. Membranventile können je nach Ausführung auch regelnd eingesetzt werden, sind aber als eigene Bauart zu betrachten. Regelventile sind damit keine allgemeine Sammelbezeichnung für Ventile, sondern eine klar abgegrenzte Funktion innerhalb der Prozessführung.