Was bei der Konditionierung von Klärschlamm verändert wird
Bei der Konditionierung werden Struktur, Flockenbildung und Wasserbindung des Klärschlamms gezielt beeinflusst. Der Schlamm wird so vorbereitet, dass sich Feststoffe besser von der flüssigen Phase trennen lassen. In der Praxis geschieht das häufig durch die Zugabe geeigneter Hilfsstoffe oder durch physikalische Verfahrensschritte. Die Wirksamkeit hängt unter anderem von Schlammzusammensetzung, Feststoffgehalt und dem nachgeschalteten Entwässerungsverfahren ab.
Typische Einsatzsituationen vor der Schlammentwässerung
Konditionierung wird dort eingesetzt, wo Rohschlamm oder eingedickter Klärschlamm ohne Vorbehandlung nur unzureichend entwässert werden kann. Sie dient als Vorbereitung für Zentrifugen, Kammerfilterpressen, Bandfilter oder ähnliche Entwässerungsaggregate. Auch bei schwankender Schlammqualität kann sie helfen, den Betrieb konstanter zu führen. Relevant ist sie sowohl in kommunalen Abwasserreinigungsanlagen als auch in industriellen Anwendungen mit schlammhaltigen Reststoffen.
Chemische und physikalische Ausprägungen
Zu den gebräuchlichen Formen gehören chemische Konditionierung mit Flockungs- oder Fällhilfsmitteln sowie physikalische Verfahren, die die Schlammeigenschaften ohne oder mit reduzierter Chemikalienzugabe beeinflussen. Welche Variante geeignet ist, richtet sich nach dem Schlammtyp, dem gewünschten Entwässerungsergebnis und der vorhandenen Anlagentechnik. In manchen Fällen werden mehrere Schritte kombiniert. Entscheidend ist dabei nicht nur die Entwässerbarkeit, sondern auch die Verträglichkeit mit der weiteren Schlammbehandlung und Entsorgung.
Abgrenzung zu Aufbereitung und Entwässerung
Innerhalb der Hierarchie unter Klärschlamm bezeichnet Konditionierung einen vorbereitenden Prozessschritt. Sie ist nicht mit der Aufbereitung gleichzusetzen, da Aufbereitung meist weiter gefasst ist und mehrere Behandlungsziele oder Verfahrensschritte umfassen kann. Von der Entwässerung unterscheidet sich die Konditionierung dadurch, dass sie das Wasser noch nicht selbst abtrennt, sondern die Voraussetzungen dafür schafft. Sie liegt fachlich zwischen der Erfassung beziehungsweise Bereitstellung des Schlamms und der mechanischen Wasserabtrennung.