Funktionsprinzip bei der Schlammentwässerung
Eine Schneckenzentrifuge besteht vereinfacht aus einer rotierenden Trommel und einer Schnecke mit geringer Differenzdrehzahl. Der zu entwässernde Schlamm wird in die Trommel eingeleitet, durch die Rotation radial getrennt und der abgesetzte Feststoff mit der Schnecke in den Austragsbereich gefördert. Die flüssige Phase wird getrennt abgeführt. Für die Entwässerungsleistung sind unter anderem Schlammcharakteristik, Konditionierung und die Abstimmung der Betriebsparameter relevant.
Typische Einsatzfelder für kommunale und industrielle Schlämme
Schneckenzentrifugen werden in Kläranlagen sowie in industriellen Wasser- und Schlammbehandlungsprozessen zur Entwässerung unterschiedlich zusammengesetzter Schlämme eingesetzt. Typische Anwendungen betreffen Überschuss-, Faul-, Misch- oder Prozessschlämme, sofern eine kontinuierliche Trennung erforderlich ist. Durch die geschlossene Bauweise lassen sich sie in bestehende Schlammbehandlungsstrassen integrieren, auch wenn der verfügbare Platz begrenzt ist.
Auslegung, Betriebsweise und periphere Anlagenteile
Die Auswahl einer Schneckenzentrifuge richtet sich nach Durchsatz, Feststoffgehalt des Zulaufs, Trennverhalten und Anforderungen an das Zentrat und den entwässerten Schlamm. In der Praxis werden die Aggregate häufig mit Polymeraufbereitung, Dosiertechnik, Förderorganen, Steuerung und gegebenenfalls Einhausung kombiniert. Je nach Anlage stehen Verschleissschutz, Reinigbarkeit, Regelbarkeit und die Anpassung an schwankende Schlammfrachten im Vordergrund.
Abgrenzung zu Bandpressen, Schlammschleudern und allgemeinen Zentrifugen
Innerhalb der Schlammentwässerung sind Schneckenzentrifugen eine eigenständige Bauart der kontinuierlich arbeitenden Zentrifugen. Im Unterschied zu Bandpressen oder Siebbandpressen erfolgt die Entwässerung nicht über pressende oder filtrierende Bänder, sondern über Zentrifugalkraft in einer geschlossenen Trommel. Gegenüber dem allgemeinen Sammelbegriff "Zentrifugen, Dekanter, Separatoren" bezeichnet "Schneckenzentrifugen" die konkret für den Feststoffaustrag mit Schnecke ausgeführte Maschine. Von Schlammeindickern oder Entwässerungscontainern unterscheiden sie sich dadurch, dass sie das eigentliche Trennaggregat darstellen und nicht nur eine vorgelagerte Verfahrensstufe oder eine mobile Einhausung.