Was bei der Schlammlagerung technisch zu berücksichtigen ist
In der Schlammbehandlung dient die Lagerung als Puffer zwischen Erzeugung und weiterer Verarbeitung. Gelagert werden je nach Verfahrensstand dünnflüssige, eingedickte, entwässerte oder bereits weiter aufbereitete Schlämme. Entscheidend sind dabei Sedimentation, Entmischung, Geruchsbildung, Verkrustung und die Frage, ob das Material noch pumpfähig ist. Die Lagertechnik muss deshalb auf die Stoffeigenschaften und den geplanten Austrag abgestimmt sein.
Einsatzbereiche in kommunalen und industriellen Anlagen
Schlammlagerung wird in kommunalen Abwasserreinigungsanlagen ebenso eingesetzt wie in industriellen Wasser- und Abwasserbehandlungen. Typische Anwendungen sind die Zwischenpufferung vor der Schlammentwässerung, die Bereitstellung stabilisierter Schlämme für den Abtransport oder die Lagerung von getrockneten beziehungsweise granulierten Fraktionen. Auch bei unregelmässigem Anfall, Wartungsfenstern oder zeitversetzter Weiterbehandlung ist eine separate Lagerstufe sinnvoll. Die Lagerung entkoppelt damit Prozessschritte, ohne selbst eine stoffliche Veränderung zu bewirken.
Silos, Tanks, Behälter und Austragungssysteme
Zur Schlammlagerung kommen je nach Konsistenz unterschiedliche Bauformen zum Einsatz. Lagertanks und allgemeine Lagerbehälter eignen sich vor allem für fliessfähige Medien, während Dickschlamm-Silos für höher eingedickte Schlämme ausgelegt sind. Für trockene oder pelletierte Produkte kann eine Granulatlagerung erforderlich sein. Silo-Austragungssysteme sorgen dafür, dass das Material kontrolliert und möglichst gleichmässig ausgetragen wird; ihre Ausführung richtet sich nach Brückenbildung, Anbackungen und dem gewünschten Übergang in die nachfolgende Förder- oder Behandlungsstufe.
Abgrenzung zu anderen Leistungen der Schlammbehandlung
Schlammlagerung ist von anderen Leistungen innerhalb der Schlammbehandlungen klar zu unterscheiden. Im Unterschied zur Schlammentwässerung oder Schlammtrocknung wird der Wassergehalt nicht gezielt reduziert. Anders als bei der Schlammstabilisierung oder Desintegration steht keine chemische, biologische oder physikalische Veränderung des Schlamms im Vordergrund. Gegenüber der Schlammförderung beschreibt Schlammlagerung nicht den Transport, sondern die geordnete Zwischen- oder Vorratshaltung; Schlammverbrennung und Schlammverwertung betreffen anschliessende Verwertungs- oder Entsorgungswege.