Funktionsprinzip beim Trocknen im Gasstrom
Beim Schwebetrockner wird das zu trocknende Material in einen warmen Gasstrom eingetragen und während des Transports durch den Trocknungsraum in Schwebe gehalten. Durch die grosse Kontaktfläche zwischen Partikeln und Gas kann Feuchtigkeit in kurzer Zeit verdampfen. Das getrocknete Produkt wird anschliessend aus dem Gasstrom abgetrennt, beispielsweise über geeignete Abscheidesysteme. In der Schlammbehandlung setzt dieses Verfahren deshalb eine Aufgabeform voraus, die sich im Gasstrom ausreichend dispergieren lässt.
Einsatzbedingungen in der Schlammtrocknung
Schwebetrockner kommen dort in Betracht, wo entwässerter oder voraufbereiteter Schlamm kontinuierlich thermisch getrocknet werden soll. Geeignet sind Anwendungen, bei denen der Schlamm zu Partikeln, Granulat oder einem vergleichbar rieselfähigen Aufgabegut aufbereitet werden kann. Für die Verfahrenswahl relevant sind unter anderem Feststoffgehalt, Faseranteil, Klebneigung und das gewünschte Trockenprodukt. Nicht jeder Klärschlamm oder Industrieschlamm lässt sich ohne Vorbehandlung in einem Schwebetrockner verarbeiten.
Verfahrensausprägungen und Anlagenelemente
Ausführungen unterscheiden sich unter anderem in der Führung des Trocknungsgases, der Aufbereitung des Aufgabeguts und der Rückführung von bereits getrocknetem Material. In der Praxis werden Schwebetrockner oft mit Systemen zur Produktabscheidung, Abluftbehandlung und gegebenenfalls Wärmerückgewinnung kombiniert. Je nach Materialverhalten kann auch die Stabilisierung der Partikelform Teil des Gesamtkonzepts sein. Die konkrete Auslegung richtet sich nach Durchsatz, Feuchtegehalt, Emissionsanforderungen und der Einbindung in die bestehende Schlammbehandlung.
Abgrenzung zu Band-, Fliessbett- und Kontakttrocknern
Innerhalb der Schlammtrocknung zählt der Schwebetrockner zu den thermischen Trocknungsverfahren und ist klar von der mechanischen Entwässerung zu trennen. Im Unterschied zum Bandtrockner wird das Material nicht auf einem Förderband geführt, sondern im Gasstrom transportiert. Gegenüber dem Fliessbettrockner bildet der Feststoff kein fluidisiertes Bett, sondern befindet sich während der Trocknung frei schwebend im Strömungsweg. Von Kontakttrocknern unterscheidet sich das Verfahren dadurch, dass die Wärmeübertragung vorwiegend direkt über das Trocknungsgas und nicht über beheizte Flächen erfolgt.