Funktionsprinzip bei der Schlammtrocknung
Beim Umlufttrockner wird die Trocknungsluft nach dem Kontakt mit dem Schlamm nicht vollständig verworfen, sondern zu einem wesentlichen Teil erneut in den Prozess zurückgeführt. Vor der Wiederverwendung wird der Luftstrom je nach Anlagenkonzept nacherwärmt, entfeuchtet oder mit einem definierten Frischluftanteil gemischt. So entsteht ein geführter Trocknungsprozess, bei dem Temperatur, Feuchte und Luftmenge gezielt beeinflusst werden. Für die Auslegung relevant sind unter anderem Schlammkonsistenz, angestrebter Trocknungsgrad, Geruchsstoffe sowie die Behandlung des verbleibenden Abluftstroms.
Typische Einsatzsituationen für Umlufttrockner
Umlufttrockner kommen vor allem dort in Frage, wo entwässerter Klärschlamm oder Industrieschlamm thermisch weiter getrocknet werden soll und eine kontrollierte Luftführung gefordert ist. Typische Anwendungsfälle sind Anlagen mit begrenzter Abluftkapazität, Projekte mit vorhandener Wärmequelle oder Standorte mit Anforderungen an eine eingegrenzte Geruchs- und Emissionsführung. Das Verfahren kann sowohl in kommunalen als auch in industriellen Schlammbehandlungslinien eingesetzt werden, sofern die Eigenschaften des Schlamms und die nachgelagerte Verwertung oder Entsorgung berücksichtigt werden.
Anlagenkonzepte und betriebliche Ausprägungen
Umlufttrockner unterscheiden sich unter anderem in der Prozessführung, im Grad der Luftumwälzung und in der Einbindung der Wärmeversorgung. Möglich sind eher geschlossene oder teiloffene Luftkreisläufe, kontinuierliche oder chargenweise Betriebsweisen sowie Konzepte mit vorgeschalteter oder integrierter Abluftbehandlung. Je nach System werden ausserdem Wärmerückgewinnung, Entfeuchtung oder Konditionierung der Prozessluft vorgesehen. Der Begriff bezeichnet dabei in erster Linie das Luftführungskonzept und nicht zwingend eine bestimmte Transport- oder Bauform des Trockners.
Abgrenzung zu anderen Trocknerarten
Innerhalb der Schlammtrocknung ist der Umlufttrockner von Verfahren zu unterscheiden, die über ihre Bauart oder über ein anderes Wärmeübertragungsprinzip definiert sind. Bandtrockner, Schneckentrockner oder Drehrohrtrockner beschreiben in erster Linie die mechanische Führung des Materials, während Kontakttrockner die Wärme vorwiegend über beheizte Flächen eintragen. Gegenüber Kaltlufttrocknern arbeitet der Umlufttrockner mit gezielt konditionierter Prozessluft, und gegenüber Solartrocknern ist er nicht auf solare Einstrahlung angewiesen. Zur Kondensationstrocknung besteht eine Nähe bei der Luftbehandlung, doch dort steht die Entfeuchtung über Kondensation deutlicher im Mittelpunkt.