Aufbau und Lastverhalten von Stahlbetonrohren
Stahlbetonrohre bestehen aus Beton mit eingebauter Bewehrung aus Stahl. Diese Bauweise ist für Leitungen geeignet, die im Boden eingebaut werden und dabei Erdlasten, Verkehrslasten und Einbaubedingungen aufnehmen müssen. Im Unterschied zu unbewehrten Betonrohren ist die Bewehrung für höhere Beanspruchungen und grössere Querschnitte relevant.
Einsatz im Kanal-, Regenwasser- und Infrastrukturbau
Typische Anwendungen sind Freispiegelleitungen für Regenwasser, Mischwasser und Schmutzwasser sowie Sammler, Durchlässe und andere unterirdische Entwässerungsbauwerke. Stahlbetonrohre kommen dort zum Einsatz, wo robuste Rohrleitungen mit hoher Tragfähigkeit gefragt sind. Sie werden häufig in kommunalen Netzen, Verkehrsflächen und anderen tiefbaulichen Anlagen eingeplant.
Ausführungen, Verbindungen und projektspezifische Anforderungen
Stahlbetonrohre sind in unterschiedlichen Nennweiten, Wandstärken und statischen Auslegungen erhältlich. Je nach Projekt werden passende Verbindungsarten, Dichtsysteme und Formstücke gewählt, damit Einbau, Dichtheit und Leitungsführung zum Bauvorhaben passen. Bei erhöhten Anforderungen an das Fördermedium oder an die Innenoberfläche können auch besondere Ausführungen oder zusätzliche Schutzschichten berücksichtigt werden.
Abgrenzung innerhalb der Rohrsysteme
Innerhalb der Leistung "Rohre" stehen Stahlbetonrohre neben Werkstoffen wie Kunststoff, Gusseisen, Stahl, Kupfer, Glas oder Faserzement. Gegenüber Kunststoffrohren liegt der Schwerpunkt eher auf Tragfähigkeit und Massivität im Tiefbau, während Stahl- oder Gusseisenrohre häufiger bei druckbeanspruchten Leitungen betrachtet werden. Stahlbetonrohre sind damit vor allem für erdverlegte Leitungen im Wasser- und Abwasserbereich einzuordnen, nicht für jede Form von Hausinstallation oder Prozessleitung.