Funktion von Auskleidungen in wasserführenden Anlagen
Auskleidungen trennen den tragenden Werkstoff von Medien und Betriebsbedingungen, die Korrosion, Abrieb oder chemische Angriffe verursachen können. Sie kommen dort zum Einsatz, wo Beton, Stahl oder andere Grundmaterialien ohne zusätzlichen Schutz direkt belastet würden. Je nach System liegt die Auskleidung als aufgebrachte Schicht, als eingeklebte oder verschweisste Bahn oder als formschlüssig eingepasstes Material vor.
Einsatz an Behältern, Leitungen und Prozessteilen
Typische Anwendungen finden sich in Wasser- und Abwasseranlagen an Innenflächen von Becken, Sammelgruben, Schächten, Kanälen, Rohrleitungen, Pumpensümpfen, Abscheidern und Armaturen. Relevant sind Auskleidungen vor allem dort, wo wechselnde Medien, Feststoffanteile, hohe Feuchtigkeit oder chemisch belastete Betriebszustände auftreten. Auch bei Sanierungen werden sie eingesetzt, um bestehende Bauteile weiter zu nutzen, ohne den gesamten Grundkörper zu ersetzen.
Material- und Systemformen
Auskleidungen können aus polymeren, elastomeren, mineralischen oder keramischen Materialien bestehen. Welche Ausführung passt, hängt unter anderem vom Medium, von der mechanischen Beanspruchung, von der Temperatur, von der Oberflächengeometrie und vom Untergrund ab. In der Praxis reicht das Spektrum von bahnen- oder plattenförmigen Systemen bis zu fugenarmen Innenauskleidungen für komplexe Geometrien.
Abgrenzung zu Beschichtungen und anderen Schutzmaterialien
Innerhalb der Schutz-Materialien sind Auskleidungen von Kunststoffbeschichtungen abzugrenzen, wenn nicht nur eine dünne Beschichtung, sondern eine eigenständige, meist stärkere Schutzlage gefordert ist. Korrosionsschutzmittel bezeichnen Schutzstoffe oder Systeme gegen Korrosion allgemein, während Auskleidungen eine konkrete bauliche Innenausführung sind. Säureschutzmittel beziehen sich auf die Beständigkeit gegenüber sauren Medien; Auskleidungen können diese Anforderung erfüllen, sind aber breiter einsetzbar. Strahlmittel dienen der Oberflächenvorbereitung und gehören nicht zur eigentlichen Schutzschicht.