Funktion von Strahlmitteln bei der Oberflächenvorbereitung
Strahlmittel bestehen aus festen Partikeln, die mit einem Strahlverfahren auf die Oberfläche aufgebracht werden. Dabei entfernen sie Rost, Altbeschichtungen, Ablagerungen oder Verunreinigungen und erzeugen je nach Material und Kornform ein bestimmtes Rauheitsprofil. Dieses Profil ist für die Haftung nachfolgender Schutzsysteme relevant. Eingesetzt werden Strahlmittel unter anderem in trockenen, feuchten oder nassen Verfahren sowie in mobilen und stationären Anwendungen.
Einsatzbereiche in Wasseranlagen und Leitungssystemen
Typische Anwendungen liegen bei metallischen Bauteilen wie Rohrleitungen, Formstücken, Armaturen, Behältern, Stahlbauteilen und Gehäusen. Auch mineralische Untergründe können vor Beschichtungs- oder Instandsetzungsarbeiten gestrahlt werden, sofern Verfahren und Strahlmittel dazu passen. In der Wasser- und Abwassertechnik kommt es häufig darauf an, korrodierte oder beschichtete Flächen vor einer Erneuerung des Oberflächenschutzes gleichmässig vorzubereiten. Das gilt sowohl für neue Bauteile vor der Erstbeschichtung als auch für bestehende Anlagen im Unterhalt.
Auswahl nach Werkstoff, Korn und Verwendungsart
Die Eignung eines Strahlmittels hängt vom Untergrund, vom gewünschten Abtrag und vom geforderten Oberflächenbild ab. Relevante Kriterien sind unter anderem Härte, Kornform, Korngrösse, Staubentwicklung, Bruchverhalten und die Frage, ob ein Strahlmittel mehrfach verwendet werden kann. Für empfindlichere Oberflächen kommen andere Materialien in Betracht als für stark korrodierte Stahlflächen. Auch die spätere Beschichtung, die Zugänglichkeit der Bauteile und die Entsorgung von Rückständen beeinflussen die Wahl.
Abgrenzung zu Beschichtungs- und Schutzmaterialien
Innerhalb der Hierarchie gehören Strahlmittel zu den Schutz-Materialien, weil sie die Oberfläche für Schutzanstriche und vergleichbare Systeme vorbereiten. Im Unterschied zu Auskleidungen, Kunststoffbeschichtungen, Korrosionsschutzmitteln oder Säureschutzmitteln verbleiben Strahlmittel jedoch nicht als Schutzschicht auf dem Bauteil. Sie sind ein Arbeitsmittel der Vorbehandlung. Damit unterscheiden sie sich auch von Schutzsystemen, die den eigentlichen chemischen oder mechanischen Widerstand der Oberfläche herstellen.