Was unter Wassergewinnung verstanden wird
Zur Wassergewinnung zählen bauliche und technische Anlagen, mit denen Wasser erfasst, gesammelt oder für die weitere Nutzung bereitgestellt wird. Je nach Quelle umfasst dies Brunnen, Fassungen, Sammelsysteme, Speicher und angeschlossene Anlagenteile. Der Begriff bezieht sich auf die Erschliessung des Wassers selbst, nicht auf dessen chemische oder hygienische Aufbereitung.
Typische Quellen und Erschliessungsformen
Häufige Formen der Wassergewinnung sind Quellfassungen, Filterbrunnen und Horizontalbrunnen für Grund- oder Quellwasser sowie Flusswasserfassungen und Seewasserfassungen für Oberflächenwasser. Im dezentralen Bereich gehören auch Regenwasser-Nutzungsanlagen, Regenwassertanks und in einem erweiterten Sinn Grauwassernutzungsanlagen dazu, wenn lokal verfügbare Wasserströme gesammelt und erneut nutzbar gemacht werden. Welche Lösung geeignet ist, hängt von Quelle, Standort, Nutzungszweck und den rechtlichen Vorgaben ab.
Anlagenbestandteile von der Fassung bis zum Speicher
Zur Wassergewinnung gehören nicht nur die eigentliche Fassung, sondern oft auch vorgelagerte oder nachgeschaltete Bauteile. Brunnenstuben dienen der geschützten Aufnahme technischer Einrichtungen an Quell- oder Brunnenanlagen. Kleinreservoire und Grossreservoire in GFK werden eingesetzt, wenn gefasstes Wasser zwischengespeichert oder für die weitere Verteilung bereitgehalten werden soll. Sickergräben können je nach Konzept der Sammlung und Ableitung lokal anfallenden Wassers dienen.
Abgrenzung zu Wasseraufbereitung, Wasserförderung und Leitungsbau
Wassergewinnung ist von benachbarten Leistungen klar zu trennen. Wasseraufbereitung behandelt die Wasserqualität nach der Fassung, etwa für Trink-, Betriebs- oder Prozesswasser. Wasserförderung bezieht sich auf das Heben, Transportieren und Weiterleiten des bereits gewonnenen Wassers. Leistungen wie Abläufe, Abscheider, Armaturen und Wasserleitungen betreffen vor allem die Verteilung, Führung oder Ableitung von Wasser und nicht dessen Erschliessung an der Quelle.