Welche Wasserströme Grauwassernutzungsanlagen verarbeiten
Als Grauwasser gilt fäkalienfreies Abwasser mit vergleichsweise geringer Belastung. In der Praxis stammt es häufig aus Duschen, Bädern und Lavabos; weitere Quellen werden nur einbezogen, wenn die Anlagenkonzeption dies vorsieht. Das erfasste Wasser wird gesammelt, aufbereitet und in einem separaten Kreislauf für Anwendungen wie WC-Spülung, Reinigung oder Bewässerung bereitgestellt. Schwarzwasser aus Toiletten gehört nicht in diesen Prozess.
Einsatz in Wohnbauten, Beherbergung und Betriebsgebäuden
Sinnvoll sind Grauwassernutzungsanlagen dort, wo regelmässig Grauwasser anfällt und gleichzeitig ein konstanter Bedarf an Betriebswasser besteht. Das betrifft etwa Mehrfamilienhäuser, Hotels, Sportanlagen, Schulbauten oder grössere Dienstleistungsgebäude. Besonders geeignet sind Nutzungen mit vielen Duschen und einem parallelen Bedarf für WC-Anlagen. In Einzelfällen werden solche Systeme auch in Arealen oder Spezialbauten mit getrennten Wasserkreisläufen umgesetzt.
Anlagenaufbau und technische Ausprägungen
Eine Grauwassernutzungsanlage umfasst in der Regel die getrennte Erfassung des geeigneten Abwassers, einen Speicher, die Aufbereitung sowie die Verteilung des aufbereiteten Wassers über ein separates Leitungsnetz. Je nach System erfolgt die Behandlung mechanisch, biologisch oder in kombinierten Verfahren; ergänzt werden kann dies durch weitere Schritte zur Qualitätssicherung. Die Dimensionierung richtet sich nach Anfallmenge, Nutzungsprofil und Platzverhältnissen. Entscheidend ist die klare Trennung zwischen Trinkwasserinstallation und Grauwasserkreislauf.
Abgrenzung zu Regenwassernutzung und klassischen Wasserfassungen
Grauwassernutzungsanlagen unterscheiden sich von Regenwasser-Nutzungsanlagen dadurch, dass sie Wasser aus dem Gebäudeinnern wiederverwenden und nicht Niederschlagswasser von Dach- oder Freiflächen erfassen. Regenwassertanks sind dabei in erster Linie Speicher, während Grauwassernutzungsanlagen zusätzlich eine auf die Wiederverwendung ausgerichtete Aufbereitung benötigen. Von Brunnen, Quellfassungen oder Fluss- und Seewasserfassungen grenzt sich die Leistung ebenfalls ab: Diese gewinnen Rohwasser aus natürlichen Quellen, Grauwassersysteme nutzen bereits verwendetes Wasser ein zweites Mal.