Temporäre Abdichtung von Abläufen im Ereignisfall
Im Bereich Chemiewehr und Oelwehr sind mit Kanalabdeckungen mobile Notfallmittel gemeint, nicht fest eingebaute Schacht- oder Kanaldeckel aus dem Tiefbau. Sie werden auf oder über einen Einlauf gelegt, damit ausgetretene Medien nicht in die Entwässerung gelangen. Die Anwendung ist auf eine schnelle Erstmassnahme ausgelegt und erfolgt in der Regel vor dem eigentlichen Aufnehmen, Abpumpen oder Binden des Stoffes.
Einsatzorte bei Chemikalien- und Oelaustritten
Typische Einsatzorte sind Verkehrsflächen, Umschlagzonen, Tankbereiche, Werkhöfe, Produktionsstandorte und Lagerumgebungen mit Oberflächenentwässerung. Auch bei Bodenabläufen in Hallen oder Werkstätten können Kanalabdeckungen eingesetzt werden, sofern ein Flüssigkeitseintrag droht. Entscheidend ist, dass relevante Einläufe rasch identifiziert und vor dem Erreichen der austretenden Flüssigkeit gesichert werden.
Ausführungen nach Einlauf, Untergrund und Stoff
Kanalabdeckungen sind in unterschiedlichen Grössen und Bauformen für Strassenabläufe, Rinnen oder Bodeneinläufe erhältlich. Je nach Einsatz kommen flexible Auflagematten, formstabilere Elemente oder haftende Ausführungen infrage. Für die Auswahl sind die Abmessungen des Einlaufs, die Beschaffenheit der Auflagefläche sowie die Beständigkeit gegenüber dem austretenden Medium massgebend.
Abgrenzung zu anderen Mitteln der Chemiewehr und Oelwehr
Kanalabdeckungen verhindern den Eintrag in die Entwässerung, sie nehmen den Stoff selbst jedoch nicht auf. Damit unterscheiden sie sich von Oelbindemitteln, Mikrofasern oder Saugschleiern, die Flüssigkeiten binden oder aufnehmen. Von Oelsperren grenzen sie sich dadurch ab, dass diese auf offenen Gewässern oder Wasserflächen eingesetzt werden. Gasanalysengeräte dienen der Messung, Kanalabdeckungen der sofortigen Abdichtung.