Funktionsprinzip von Ölsperren
Ölsperren bilden eine physische Barriere auf der Wasseroberfläche. Sie halten schwimmende Verunreinigungen zurück oder lenken sie in einen begrenzten Bereich, damit das Medium gesammelt, abgeschöpft oder mit weiteren Mitteln behandelt werden kann. Die Wirksamkeit hängt vom Einsatzort, von der Strömung, vom Wellengang und von den Eigenschaften des ausgetretenen Stoffes ab.
Typische Einsatzorte bei Ölunfällen
Eingesetzt werden Ölsperren an Flüssen, Kanälen, Seen, Hafenbereichen, Regenrückhaltebecken sowie auf Werksarealen mit wasserführenden Anlagen. Sie kommen bei Havarien von Fahrzeugen und Maschinen, bei Leckagen in Industrieanlagen oder bei Störfällen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten zum Einsatz. In sensiblen Bereichen können sie auch vorsorglich bereitgehalten oder temporär vor Einleitstellen positioniert werden.
Mobile und stationäre Ausführungen
Üblich sind mobile Notfallsperren für den raschen Aufbau sowie stationäre oder längerfristig vorgehaltene Systeme für bekannte Gefährdungspunkte. Je nach Anwendung werden Sperren für ruhige Wasserflächen, für fliessende Gewässer oder für den Einsatz in Hafen- und Uferzonen gewählt. Auch die Handhabung unterscheidet sich, etwa bei modularen Längen, kompakten Transportlösungen oder Systemen, die mit weiterer Ölwehrtechnik kombiniert werden.
Abgrenzung innerhalb der Chemie- und Ölwehr
Ölsperren begrenzen die Ausbreitung auf Wasserflächen, sie ersetzen jedoch keine Aufnahme des Schadstoffs. Im Unterschied zu Ölbindemitteln nehmen sie das Öl nicht selbst auf. Gegenüber Saugschleiern liegt der Fokus stärker auf der räumlichen Barriere als auf der absorbierenden Wirkung. Kanalabdeckungen sichern Einläufe und Schächte an Land, während Ölsperren für offene Wasserflächen vorgesehen sind. Damit sind sie eine klar abgegrenzte Teilleistung innerhalb der Chemie- und Ölwehr.