Wie Wärmerückgewinnung aus Luftströmen funktioniert
Die Rückgewinnung erfolgt über den Temperaturunterschied zwischen warmer Abluft und kälterer Zuluft oder einem wassergeführten Kreislauf. Wärmeübertrager trennen die Luftströme dabei direkt oder indirekt, damit die Energie übertragen wird, ohne dass sich die Medien zwangsläufig vermischen. In prozessnahen Anwendungen kann die zurückgewonnene Wärme auch in nachgelagerte Heiz-, Vorwärm- oder Trocknungsprozesse eingebunden werden.
Typische Anwendungen in Gebäuden und Betrieben
Häufig eingesetzt wird diese Form der Wärmerückgewinnung in Komfortlüftungen, gewerblichen Lüftungsanlagen, Hallenlüftungen sowie in Anlagen mit kontinuierlich warmer Abluft. Auch in Küchen, Waschräumen, Produktionsbereichen oder Trocknungsprozessen entstehen Luftströme, aus denen sich nutzbare Wärme zurückführen lässt. Entscheidend ist, dass ein ausreichend konstantes Temperaturniveau und ein geeigneter Luftvolumenstrom vorhanden sind.
Technische Ausprägungen und Systemvarianten
Verbreitet sind Luft-Luft-Wärmetauscher, Rotationssysteme, Plattenwärmetauscher und Kreislaufverbundsysteme. Welche Variante passt, hängt unter anderem von Luftführung, Platzverhältnissen, hygienischen Anforderungen, Verschmutzungsgrad und der gewünschten Trennung der Luftströme ab. Wenn direkte Übertrager nicht sinnvoll sind, kann die Wärme auch über Zwischenmedien oder in Kombination mit einer Wärmepumpe nutzbar gemacht werden.
Abgrenzung zu anderen Formen der Wärmerückgewinnung
Innerhalb der Wärmerückgewinnung bezieht sich "aus der Luft" auf thermische Energie aus Abluft- oder Prozessluftströmen. Im Unterschied zu Systemen aus dem Abwasser oder Trinkwasser stammt die Energie hier nicht aus wassergeführten Netzen, sondern aus gasförmigen Medien. Gegenüber der Rückgewinnung aus Gewerbekühlung steht nicht die Abwärme von Kälteanlagen im Vordergrund, und gegenüber Lösungen mit Abgaswärmetauscher geht es nicht um heisse Verbrennungsgase, sondern um Luft aus Lüftungs- oder Prozesssystemen.