Wie Schornsteinhöhen fachlich bestimmt werden
Die erforderliche Schornsteinhöhe ergibt sich aus der Art der Anlage und den Bedingungen, unter denen Abgase in die Atmosphäre abgegeben werden. In die Beurteilung fliessen unter anderem Abgasmenge, Temperatur, Austrittsgeschwindigkeit, Betriebsweise, Schadstofffracht sowie die Lage benachbarter Gebäude ein. Auch Geländeverhältnisse und mögliche Strömungseinflüsse durch Baukörper sind relevant. Das Ergebnis ist eine Höhe, die für Planung, Bewilligung oder Anpassung einer Anlage dokumentiert werden kann.
Typische Anwendungsfälle bei Feuerungs- und Prozessanlagen
Schornsteinhöhen werden bei neuen Anlagen ebenso geprüft wie bei Erweiterungen, Leistungsänderungen oder Brennstoffwechseln. Typische Fälle sind Heiz- und Energiezentralen, industrielle Feuerungen, thermische Prozessanlagen, Notstromsysteme oder technische Abluft mit relevanten Emissionen. Auch bei Dachumbauten, höheren Nachbargebäuden oder einer geänderten Nutzung am Standort kann eine Neubewertung erforderlich werden. Die Fragestellung betrifft damit nicht nur den Neubau, sondern auch bestehende Anlagen im laufenden Betrieb.
Einflussfaktoren am Standort und bei bestehenden Schornsteinen
Bei der Festlegung der Höhe ist zu unterscheiden, ob ein freistehender Schornstein, ein dachgeführtes System oder die Anpassung einer bestehenden Anlage vorliegt. Massgebend sind die konkrete Austrittssituation, die Nähe zu Lüftungsansaugungen, mögliche Rückströmungen sowie die Wirkung von Aufbauten und Dachkanten. Bei bestehenden Schornsteinen stellt sich oft die Frage, ob die vorhandene Höhe nach einer technischen Änderung weiterhin ausreicht. Neben der Höhe können dabei auch Austrittsbedingungen oder die Zusammenführung mehrerer Abgasströme zu prüfen sein.
Abgrenzung zu Emissions-, Immissions- und Lüftungsthemen
Schornsteinhöhen gehören innerhalb der Luftreinhaltung zu den regulatorischen und ökologischen Massnahmen, weil sie die Ableitung von Abgasen standortbezogen festlegen. Die Leistung unterscheidet sich von der Reduzierung von Emissionen, bei der die Schadstoffmenge an der Quelle verringert wird. Sie ist auch nicht identisch mit der Beurteilung von Immissionen, die die Belastung an einem bestimmten Ort untersucht. Von Schwerkraftlüftung ist das Thema ebenfalls abzugrenzen: Dort geht es um natürliche Luftführung in Gebäuden, nicht um die rechtlich und technisch begründete Höhe eines Abgasaustritts.