Funktionsprinzip im Venturirohr
Ein Venturiwäscher führt den Gasstrom durch eine verengte Zone, in der die Strömung stark beschleunigt wird. In diesem Bereich wird Waschflüssigkeit zugegeben oder mitgerissen und in sehr feine Tropfen aufgeteilt. Durch den intensiven Kontakt zwischen Gas, Tropfen und enthaltenen Partikeln kommt es zur Stoffübertragung und Abscheidung. Nach dem Venturiteil wird die beladene Flüssigkeit in einem nachgeschalteten Abscheider vom gereinigten Gas getrennt.
Einsatz bei staub-, aerosol- und nebelhaltiger Abluft
Venturiwäscher werden vor allem bei Abluftströmen mit feinen Partikeln, Nebeln oder klebrigen beziehungsweise feuchten Belastungen eingesetzt. Typische Anwendungen finden sich in industriellen Prozessen, bei denen trockene Filtermedien rasch verschmutzen oder an Grenzen stossen. Je nach Verfahrensführung lassen sich neben festen und flüssigen Partikeln auch wasserlösliche gasförmige Bestandteile mitbehandeln. Die Eignung hängt dabei von der Zusammensetzung des Rohgases und der gewählten Waschflüssigkeit ab.
Auslegung, Druckverlust und Flüssigkeitsführung
Die Abscheideleistung eines Venturiwäschers hängt wesentlich von der Strömung im Venturihals, der Tropfenbildung und der Menge der eingesetzten Waschflüssigkeit ab. Höhere Gasgeschwindigkeiten verbessern in der Regel den Stoffkontakt, führen jedoch auch zu einem höheren Druckverlust. Für den Betrieb relevant sind deshalb die hydraulische Auslegung, die Tropfenabscheidung nach dem Wäscher sowie der Umgang mit belasteter Waschflüssigkeit oder Schlamm. In der Praxis werden Venturiwäscher oft als Teil einer mehrstufigen Abluftreinigung ausgelegt.
Abgrenzung zu Filtern, Katalysatoren und Lufttechnik
Im Unterschied zu Filtermedien für Luftfilter arbeiten Venturiwäscher nicht trocken, sondern mit einer Flüssigphase. Gegenüber Katalysatoren steht nicht die chemische Umwandlung von Schadstoffen im Vordergrund, sondern deren physikalische Abscheidung beziehungsweise Aufnahme in die Waschflüssigkeit. Ventilatoren, Rohrleitungen und Abluftklappen übernehmen Förder- und Regelaufgaben, reinigen die Abluft aber nicht selbst. Innerhalb der Kategorie Armaturen und Geräte sind Venturiwäscher somit klar den apparativen Reinigungsstufen der Luftreinhaltung zuzuordnen.