Wofür Kunststoffkamine eingesetzt werden
Ein Kunststoffkamin dient der Ableitung von Abgasen aus Feuerungsanlagen, bei denen keine hohen Abgastemperaturen auftreten. Das Material wird gewählt, wenn Feuchtigkeit und Kondensat die Auslegung stärker prägen als Hitzebeständigkeit. Im Unterschied zu klassischen Kaminen für heisse Abgase steht bei Kunststoffsystemen die dichte, kondensatfeste und korrosionsarme Führung des Abgasstroms im Vordergrund.
Typische Einsatzsituationen im Gebäude
Kunststoffkamine kommen vor allem bei modernisierten Heizsystemen und bei Anlagen mit Brennwerttechnik vor. Sie werden in Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern sowie in kleineren Zweckbauten eingesetzt, wenn die Abgasführung über Dach oder in anderer zugelassener Form erfolgen soll. Relevant sind dabei die Länge der Leitung, Richtungsänderungen, die Führung im Bestand und die geregelte Ableitung von anfallendem Kondensat.
Ausführungen und planerische Punkte
Kunststoffkamine können als starre oder flexible Systeme ausgeführt sein, je nach Einbausituation und Verlauf der Leitung. Bei der Planung sind Temperaturbereich, Druckverhältnisse, Dichtheit, Materialverträglichkeit mit dem Abgas sowie der Anschluss an das jeweilige Gerät zu prüfen. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Führung durch Schächte oder bestehende Züge, Revisionsmöglichkeiten und die Entwässerung des Kondensats.
Abgrenzung zu anderen Kaminarten
Gegenüber Stahlkaminen, Betonkaminen oder Fiberkeramikkaminen sind Kunststoffkamine nicht für hohe thermische Belastungen gedacht, sondern für feuchte Abgase mit tieferem Temperaturniveau. Von Abgasleitungen aus Kunststoff unterscheiden sie sich dadurch, dass sie als Kamin- oder Abgassystem im Gebäudezusammenhang betrachtet werden und nicht nur als einzelne Leitungsabschnitte. Kaminsanierungen betreffen hingegen die Erneuerung oder Anpassung bestehender Züge, unabhängig davon, ob am Ende ein Kunststoffsystem eingebaut wird.