Funktionsweise von Titratoren
Ein Titrator führt die Zugabe des Titriermittels definiert aus und wertet die Reaktion der Probe messtechnisch aus. Der Endpunkt kann je nach Verfahren beispielsweise über pH, Redoxpotenzial, Leitfähigkeit oder eine optische Erfassung bestimmt werden. Aus Verbrauch, Konzentration des Titriermittels und Probenmenge wird der gesuchte Wert berechnet. Gegenüber einer rein manuellen Titration steht bei Titratoren die standardisierte Dosierung und Auswertung im Vordergrund.
Typische Anwendungen in Umwelt-, Wasser- und Prozessanalytik
Titratoren werden eingesetzt, wenn Stoffgehalte zuverlässig quantifiziert werden sollen, etwa in der Wasser- und Abwasseranalytik, bei Betriebs- und Prozesswässern oder in Laboren der Energie- und Umweltbranche. Typische Aufgaben sind die Bestimmung von Säure- oder Basenkapazität, Chlorid, Härte, Alkalinität oder Wassergehalt, sofern das jeweilige Verfahren dafür geeignet ist. Auch bei der Kontrolle von Chemikalien, Hilfsstoffen und Prozessmedien kommen sie zum Einsatz. Relevant ist die Methode vor allem dort, wo wiederkehrende Proben mit vergleichbarer Methodik geprüft werden.
Verfahrensarten und Gerätekonfigurationen
Titratoren decken unterschiedliche Titrationsarten ab, darunter Säure-Base-, Redox-, Fällungs- und komplexometrische Verfahren. Je nach Messaufgabe werden Endpunkte mit geeigneten Sensoren oder Elektroden erfasst. Für bestimmte Anwendungen kommen spezialisierte Systeme zum Einsatz, etwa für die Bestimmung des Wassergehalts nach Karl-Fischer. Im praktischen Betrieb unterscheiden sich Geräte zudem nach Automatisierungsgrad, Probenhandling, Anzahl gleichzeitig nutzbarer Methoden und der Einbindung in Laborabläufe.
Abgrenzung zu verwandten Analyse- und Testverfahren
Innerhalb der Kategorie allgemeine Analysen und Testverfahren sind Titratoren auf titrimetrische Bestimmungen ausgelegt. Sie unterscheiden sich von Indikatorpapier oder Schnellanalysesätzen durch die instrumentelle Dosierung und die quantitative Auswertung. Gegenüber Massenspektrometern liefern sie keine struktur- oder massenspezifische Stoffidentifikation, sondern einen auf die Titrationsmethode bezogenen Messwert. Von allgemeinen Prüfgeräten für pH, Druck oder Temperatur grenzen sie sich dadurch ab, dass sie nicht nur einen Einzelparameter messen, sondern eine vollständige Reaktionsführung und Auswertung übernehmen.