Was ein Anemometer misst
Ein Anemometer misst die Geschwindigkeit bewegter Luft, meist als Momentanwert, Mittelwert oder Spitzenwert. Die Messung erfolgt entweder mechanisch über bewegte Bauteile oder berührungslos über thermische oder akustische Verfahren. Für belastbare Ergebnisse sind der Montageort, die freie Anströmung, die Ausrichtung des Geräts sowie der Zustand von Sensorik und Kalibrierung relevant.
Typische Einsatzbereiche in Umwelt- und Anlagentechnik
Anemometer werden für meteorologische Beobachtungen, Umweltmessungen und technische Luftströmungen verwendet. Typische Anwendungen sind Freiluftmessungen an Masten oder Gebäuden, Kontrollen in Lüftungs- und Abluftsystemen sowie mobile Messungen bei Inspektionen. In der Energiebranche werden sie zudem genutzt, wenn Luftbewegungen an Standorten, Anlagen oder Betriebsbereichen erfasst und dokumentiert werden müssen.
Bauarten und Messprinzipien
Zu den verbreiteten Bauarten zählen Schalenanemometer, Flügelradanemometer, thermische Anemometer und Ultraschallanemometer. Schalen- und Flügelradgeräte sind typische Lösungen für allgemeine Wind- oder Strömungsmessungen. Thermische Anemometer eignen sich besonders für geringe Luftgeschwindigkeiten und feinere Strömungen, während Ultraschallgeräte ohne rotierende Teile auskommen. Ob zusätzlich auch die Windrichtung erfasst wird, hängt von der Ausführung des Systems ab.
Abgrenzung zu Windmessgeräten und Wetterstationen
Anemometer sind auf die Messung der Luft- beziehungsweise Windgeschwindigkeit ausgerichtet und bilden damit eine konkrete Geräteklasse innerhalb der Windmessung. Die breiter gefasste Leistung Windmessgeräte kann darüber hinaus kombinierte Systeme mit Windrichtung, Datenaufzeichnung oder weiteren Messfunktionen umfassen. Gegenüber Wetterstationen sind Anemometer in der Regel auf einen Messparameter fokussiert und erfassen nicht automatisch zusätzliche Grössen wie Temperatur, Feuchte oder Niederschlag.