Steuerungsaufgaben in der Schlammverbrennung
Die Automatisierung einer Schlammverbrennungsanlage verbindet Messwerte, Regelkreise und Schaltfunktionen zu einem abgestimmten Prozessablauf. Typische Aufgaben betreffen die Beschickung des Ofens, die Dosierung von Verbrennungsluft, die Führung von Temperaturen und Drücken, die Überwachung von Brennern sowie den Asche- oder Reststoffaustrag. Hinzu kommen Verriegelungen, Sicherheitsfunktionen, Alarmierungen und die Visualisierung von Betriebszuständen. Ziel der Steuerung ist ein stabiler Anlagenbetrieb trotz schwankender Schlammqualitäten und Lastzustände.
Typische Anlagenteile und überwachte Prozessgrössen
Zur Schlammverbrennung gehören meist mehrere verknüpfte Anlagenteile, die steuerungstechnisch zusammengeführt werden. Dazu zählen Annahme und Speicherung, Entwässerung oder Trocknung, Fördereinrichtungen, Feuerung beziehungsweise Ofen, Luft- und Abgasführung sowie Reststoffbehandlung. Überwacht werden je nach Auslegung etwa Füllstände, Förderzustände, Temperaturen, Druckverhältnisse, Durchflüsse, Feuchten, Motorzustände und Meldungen aus der Abgasbehandlung. Die Leittechnik ordnet diese Signale den jeweiligen Betriebsarten, Freigaben und Störketten zu.
Betriebsvarianten und prozesstechnische Besonderheiten
Die Steuerung muss auf unterschiedliche Betriebsweisen der Schlammverbrennung ausgelegt sein. Relevant sind unter anderem der Betrieb mit entwässertem oder vorgängig getrocknetem Klärschlamm, diskontinuierliche oder kontinuierliche Beschickung sowie verschiedene Feuerungs- und Ofenkonzepte. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Start- und Abfahrsequenzen, Regelstrategien für Luft und Energieeintrag sowie an die Abstimmung mit Trocknungs- und Förderanlagen. Auch Lastwechsel, Wartungszustände und Umschaltungen auf Ersatzbetrieb müssen in der Steuerung sauber abgebildet sein.
Einordnung innerhalb der kommunalen Entsorgungssteuerung
Im Unterschied zum Bereich Abwasser bezieht sich Schlammverbrennung nicht auf die biologische oder mechanische Reinigung des Abwassers, sondern auf die thermische Behandlung eines nachgelagerten Reststoffstroms. Gegenüber der Kehrichtverbrennung ist die Steuerungsaufgabe stärker auf die Eigenschaften von Klärschlamm, dessen Konditionierung und die Einbindung von Entwässerungs- oder Trocknungsstufen ausgerichtet. Innerhalb der Leistung Steuerung für kommunale Entsorgung umfasst Schlammverbrennung somit die Prozessautomatisierung eines klar abgegrenzten thermischen Teilbereichs.