Funktion und Aufbau von Dekontaminationseinrichtungen
Eine Dekontaminationseinrichtung ist auf die kontrollierte Behandlung kontaminierter Personen oder Gegenstände ausgelegt. Dazu gehören in der Regel klar definierte Abläufe für Aufnahme, Trennung von belasteten und unbelasteten Bereichen, Reinigungsschritte, Zwischenlagerung kontaminierter Materialien und die anschliessende Kontrolle des Dekontaminationserfolgs. Je nach Einsatzumfeld können auch Einrichtungen für das Umkleiden, Sammeln von Verbrauchsmaterialien oder den Umgang mit anfallenden Flüssigkeiten und Feststoffen dazugehören.
Typische Einsatzorte im Strahlenschutz und Zivilschutz
Dekontaminationseinrichtungen werden in Bereichen verwendet, in denen mit offener radioaktiver Kontamination gerechnet werden muss oder in denen Ereignisvorsorge erforderlich ist. Dazu zählen etwa kerntechnische Anlagen, Forschungseinrichtungen, bestimmte medizinische Anwendungen mit radioaktiven Stoffen sowie Einsatzorganisationen im Bevölkerungsschutz. Im Zivilschutz sind sie vor allem relevant, wenn nach einem radiologischen Ereignis Personen, Geräte oder Einsatzmittel vor dem Verlassen eines belasteten Bereichs behandelt werden müssen.
Stationäre, mobile und anwendungsbezogene Ausführungen
Die Ausführung richtet sich nach dem Dekontaminationsobjekt und dem Einsatzszenario. Für Personen werden häufig getrennte Abläufe für Registrierung, Ablegen belasteter Kleidung, Reinigung und Kontrollmessung vorgesehen. Für Material und Ausrüstung kommen eigenständige Arbeitsplätze oder Linien in Frage, bei grösseren Objekten auch Lösungen für Fahrzeuge oder sperrige Einsatzmittel. Neben stationären Einrichtungen in Gebäuden gibt es mobile Systeme für den temporären Aufbau, etwa bei Übungen, Notfalleinsätzen oder im aussenseitigen Bevölkerungsschutz.
Abgrenzung zu Abschirmung, Filtertechnik und Messgeräten
Dekontaminationseinrichtungen sind innerhalb von Strahlenschutz und Zivilschutz dem Umgang mit bereits vorhandener Kontamination zuzuordnen. Sie unterscheiden sich von Abschirmungselementen, die Strahlung dämpfen, aber keine Kontamination entfernen. Filtertechnik behandelt in erster Linie belastete Luft- oder Stoffströme, während Schutzbekleidungen die Aufnahme und Verbreitung von Kontamination reduzieren. Strahlenmessgeräte erfassen Belastungen und unterstützen die Freigabekontrolle, ersetzen jedoch keine eigentliche Dekontamination.