Funktionsprinzip im Stromkreis
Ein Netzfreischalter wird in einen bestimmten Endstromkreis der Elektroinstallation eingebunden. Solange kein Verbraucher aktiv ist, schaltet das Gerät den Stromkreis ab, sodass die zugehörigen Leitungen nicht dauerhaft unter Spannung stehen. Sobald ein passender Verbraucher eingeschaltet wird, erkennt der Netzfreischalter den Bedarf und stellt die Versorgung wieder her. Das Verfahren bezieht sich auf elektrische Wechselfelder entlang spannungsführender Leitungen, nicht auf jede Form elektromagnetischer Einwirkung im Gebäude.
Typische Einsatzbereiche in Gebäuden
Eingesetzt werden Netzfreischalter vor allem in klar abgegrenzten Stromkreisen von Wohn- und Aufenthaltsbereichen, etwa in Schlafräumen oder ähnlich genutzten Zonen. Sie kommen meist bei Neuinstallationen oder bei der Anpassung bestehender Unterverteilungen in Betracht. Voraussetzung ist eine saubere Trennung der betroffenen Stromkreise, damit nicht gleichzeitig Verbraucher mit dauernder Grundlast an demselben Kreis betrieben werden. In gemischt genutzten Stromkreisen ist die Funktion oft eingeschränkt.
Planung nach Lastverhalten und Verbraucherart
Ob ein Netzfreischalter sinnvoll eingesetzt werden kann, hängt vom angeschlossenen Lastverhalten ab. Stromkreise mit Standby-Geräten, Ladegeräten, elektronischen Vorschaltgeräten, Steuerungen oder anderen Dauerverbrauchern verhindern häufig das vollständige Abschalten. In der Planung wird deshalb geprüft, welche Verbraucher am betreffenden Kreis angeschlossen sind und ob eine Trennung in separate Stromkreise nötig ist. Relevant ist zudem, ob der Schaltzustand im Betrieb für Beleuchtung, Steckdosen oder fest angeschlossene Geräte geeignet bleibt.
Abgrenzung zu EMV, Abschirmung und Messtechnik
Netzfreischalter sind innerhalb der Elektromagnetischen Verträglichkeit eine spezifische Massnahme auf Ebene des Stromkreises. Sie unterscheiden sich von allgemeiner EMV, die sich mit der störungsfreien Funktion elektrischer und elektronischer Systeme befasst. Geschirmte Kabel reduzieren die Kopplung oder Abstrahlung trotz vorhandener Spannung, während Netzfreischalter die Spannung im betroffenen Leitungsabschnitt zeitweise ganz wegnehmen. Messgeräte für nichtionisierende elektromagnetische Strahlung dienen der Erfassung und Bewertung von Feldern, und die Störstrahlungsemission beschreibt die Abgabe unerwünschter elektromagnetischer Störungen durch Geräte oder Anlagen.