Was unter Störstrahlungsemission erfasst wird
Unter Störstrahlungsemission fallen elektromagnetische Aussendungen, die nicht zur eigentlichen Funktion eines Produkts oder einer Anlage gehören. Dazu zählen Störanteile auf Leitungen ebenso wie Felder, die in die Umgebung abgestrahlt werden. Für die Beurteilung sind Frequenzbereich, Pegel, Betriebszustand und der jeweilige Koppelweg relevant, weil dieselbe Quelle je nach Aufbau und Umgebung unterschiedlich störend wirken kann.
Typische Quellen in technischen Anlagen
Störstrahlungsemission tritt vor allem dort auf, wo Schaltvorgänge, Taktung oder schnelle Strom- und Spannungsänderungen vorkommen. Typische Beispiele sind Schaltnetzteile, Frequenzumrichter, Wechselrichter, Ladeinfrastruktur, Steuerungen, Beleuchtungssysteme und Schaltschränke mit dichter Elektronik. Auch Leitungsführung, Erdung, Kontaktierung und Gehäuseaufbau beeinflussen, wie stark Störungen nach aussen abgegeben werden.
Leitungsgebundene und gestrahlte Emissionen
Fachlich wird zwischen leitungsgebundenen und gestrahlten Emissionen unterschieden. Leitungsgebundene Störungen breiten sich über Energie-, Steuer- oder Datenleitungen aus, während gestrahlte Emissionen über elektromagnetische Felder in benachbarte Systeme einkoppeln. Daneben werden Emissionen nach ihrem Verhalten beschrieben, etwa als schmalbandig, breitbandig oder impulsförmig, was Rückschlüsse auf die Störquelle und geeignete Gegenmassnahmen zulässt.
Abgrenzung zu EMV, geschirmten Kabeln und Messgeräten
Innerhalb der übergeordneten elektromagnetischen Verträglichkeit bezieht sich Störstrahlungsemission nur auf die Aussendung von Störungen. Die allgemeine EMV umfasst zusätzlich die Störfestigkeit gegenüber fremden Einflüssen. EMV-geschirmte Kabel sind eine mögliche Massnahme zur Reduktion von Emissionen, aber keine eigene Emissionsbewertung. Messgeräte für nichtionisierende elektromagnetische Strahlung dienen der Erfassung von Feldern; die Beurteilung der Störstrahlungsemission betrachtet dagegen gezielt technische Quellen und deren Aussendungsverhalten. Netzfreischalter verfolgen eine andere Funktion und sind nicht mit der Emissionsanalyse gleichzusetzen.