Was Pressen im Kunststoffbereich leisten
Eine Presse bringt ein Kunststoffmaterial oder einen Materialverbund zwischen Werkzeugen, Platten oder Formeinsätzen unter Druck. Je nach Verfahren kommen zusätzlich Wärme, Haltezeit und definierte Abkühlung hinzu. Im Labor dient dies unter anderem dazu, Platten, Formteile oder standardisierte Ausgangsproben für weitere Untersuchungen herzustellen. Die entscheidenden Prozessgrössen sind dabei vor allem Presskraft, Temperaturführung, Zeit und Reproduzierbarkeit.
Typische Anwendungen in Labor, Entwicklung und Prüfung
Im Kunststofflabor werden Pressen eingesetzt, um Muster aus Granulat, Pulver, Folien, Faserverbunden oder Elastomer-Mischungen herzustellen. Sie kommen bei Materialvergleichen, bei der Vorbereitung von Prüfkörpern und bei Versuchsreihen zur Prozess- oder Rezepturoptimierung zum Einsatz. Auch bei der Herstellung kleiner Serien für interne Tests oder bei der Vorbehandlung vor mechanischen, thermischen oder physikalischen Prüfungen werden Pressen verwendet. In diesem Hierarchiebereich stehen daher nicht grossindustrielle Produktionspressen, sondern anwendungsnahe Labor- und Technikumsanlagen im Vordergrund.
Ausprägungen von Pressen für Kunststoffe
Je nach Aufgabe werden Pressen als beheizte oder unbeheizte Systeme ausgeführt. Häufig sind Laborpressen mit ebenen Heizplatten, Pressen für Formeinsätze oder Anlagen für definierte Press- und Kühlzyklen. Unterschieden wird zudem nach manueller, halbautomatischer oder automatisierter Bedienung sowie nach der Art der Kraftübertragung, etwa mechanisch oder hydraulisch. Welche Ausführung geeignet ist, hängt vom Werkstoff, von der Probengeometrie, vom Temperaturbereich und von den Anforderungen an Wiederholgenauigkeit und Dokumentation ab.
Abgrenzung zu Extrudern, Kalandern, Stanzen und Prüfgeräten
Pressen arbeiten diskontinuierlich und formen oder verdichten Material in einem einzelnen Pressvorgang. Extruder verarbeiten Kunststoff dagegen kontinuierlich durch eine Schnecke, während Kalander Materialien über Walzen zu Bahnen oder Folien ausformen. Stanzen dient dem Ausschneiden definierter Konturen aus bereits vorhandenem Material und ersetzt den Pressvorgang nicht. Prüfgeräte messen Materialeigenschaften, während Pressen oft erst die Proben oder Ausgangsformen für diese Prüfungen erzeugen.