Was unter Temperatur- und Feuchtigkeitsführung verstanden wird
Gemeint sind technische Lösungen, mit denen Temperatur und je nach Anwendung auch Feuchtigkeit in einem vorgegebenen Bereich gehalten oder gezielt verändert werden. Dazu gehören Heiz-, Kühl-, Trocknungs- und Regelprozesse entlang der Materialvorbereitung, Verarbeitung und Prüfung. In der Kunststoffverarbeitung kann dies den Medienkreislauf einer Anlage betreffen, das Klima in einem Prüfbereich oder die Behandlung von Granulat und Formteilen vor weiteren Prozessschritten.
Typische Einsatzbereiche in Verarbeitung, Labor und Materialkonditionierung
Anwendungen finden sich bei der Vorbereitung hygroskopischer Kunststoffe, bei der Werkzeug- und Prozesstemperierung sowie bei definierten Klimabedingungen für Mess- und Prüfaufgaben. Auch Lager- und Zwischenprozesse können eine kontrollierte Temperatur oder Feuchte erfordern, wenn Materialeigenschaften oder Oberflächenzustände konstant bleiben sollen. In Laborumgebungen dienen solche Systeme dazu, Proben unter reproduzierbaren Bedingungen zu konditionieren oder Prüfabläufe klimatisch einzugrenzen.
Teilbereiche von Kühlturm bis Wärmeofen
Die Unterleistungen decken unterschiedliche Aufgaben ab. Kühltürme dienen der Wärmeabfuhr in Kühlkreisläufen, während Temperatur-Regelanlagen und Temperatur-Regelgeräte Medien oder Prozesse auf einen Sollwert führen. Temperiergeräte werden eingesetzt, um Werkzeuge, Formen oder Prozessbereiche gezielt zu beheizen oder zu kühlen. Trocknung bezieht sich auf das Entziehen von Feuchtigkeit aus Material oder Prozessluft, und Wärmeöfen auf das definierte Erwärmen, Halten oder Nachbehandeln von Teilen und Proben.
Abgrenzung zu Kältemaschinen, Konditioniergeräten und Messen und Prüfen
Die Leistung Temperatur und Feuchtigkeit ist breiter gefasst als einzelne Anlagentypen. Kältemaschinen und Kaltwassermaschinen konzentrieren sich auf die Kälteerzeugung, während Konditioniergeräte meist auf das Herstellen definierter Umgebungszustände ausgerichtet sind. Messen und Prüfen sowie Prüfgeräte betreffen primär die Erfassung und Bewertung von Eigenschaften; Temperatur- und Feuchtigkeitsführung beschreibt dagegen das aktive Einstellen und Stabilisieren der klimatischen oder thermischen Bedingungen, unter denen Materialien, Anlagen oder Prüfprozesse betrieben werden.