Funktionsprinzip bei reaktiven Kunststoffsystemen
Im Zentrum steht die exakte Aufbereitung mehrerer Reaktionskomponenten, die in einem definierten Verhältnis dosiert und gemischt werden. Die Reaktion beginnt je nach Verfahren im Mischkopf, in der Kavität oder unmittelbar danach. Die Maschine muss dabei Fördermenge, Druck, Temperatur und Takt so steuern, dass das Material reproduzierbar verarbeitet werden kann. Typisch sind Systeme mit Dosieraggregaten, Mischtechnik und einer auf reaktive Medien abgestimmten Werkzeuganbindung.
Einsatzbereiche in der Kunststoffverarbeitung
Reaktionsgiessmaschinen werden dort eingesetzt, wo Bauteile aus reaktiv aushärtenden Kunststoffsystemen hergestellt werden. Das betrifft Anwendungen mit flüssigen Ausgangskomponenten und prozessabhängiger Reaktion im Formwerkzeug. Je nach Materialsystem entstehen kompakte, geschäumte, elastische oder formstabile Teile. Der Einsatz unterscheidet sich damit deutlich von Verfahren für Thermoplaste, bei denen das Material lediglich plastifiziert, eingespritzt und wieder abgekühlt wird.
Maschinenausführungen und prozessrelevante Baugruppen
Relevante Unterschiede bestehen bei der Anzahl der Komponenten, der Auslegung der Dosieraggregate und der Mischtechnik. Maschinen können auf zwei oder mehr Reaktionskomponenten ausgelegt sein und mit unterschiedlichen Mischkopfkonzepten arbeiten. Hinzu kommen Ausführungen für verschiedene Austragsmengen, Werkzeuggrössen und Automatisierungsgrade. Für die Prozessstabilität sind unter anderem Materialförderung, Temperierung, Reinigung des Mischsystems und die Abstimmung mit dem Werkzeug entscheidend.
Abgrenzung zu anderen Spritzgussmaschinen
Innerhalb der Hierarchie gehören Reaktionsgiessmaschinen zur übergeordneten Gruppe der Spritzgussmaschinen, bilden aber verfahrenstechnisch eine eigene Kategorie. Sie unterscheiden sich von Spritzgussmaschinen für Thermoplaste, Duroplaste oder Kautschuk durch die Verarbeitung reaktiver Komponenten statt eines bereits aufbereiteten Formmassenstroms. Gegenüber Polyurethan-2-Komponenten-Spritzmaschinen ist der Begriff breiter: Diese beschreiben in der Regel eine materialbezogene Untergruppe, während Reaktionsgiessmaschinen die allgemeine Maschinenklasse für reaktive Giess- und Einspritzprozesse benennen.