Verarbeitung von Feedstocks aus Pulver und Binder
Diese Maschinen verarbeiten Formmassen, die sich aus Pulveranteilen und organischen Bindern zusammensetzen. Das Einspritzen erfolgt ähnlich wie beim Kunststoffspritzguss, das Materialverhalten unterscheidet sich jedoch deutlich von reinen Thermoplasten. Entscheidend sind eine gleichmässige Aufbereitung der Masse, kontrollierte Temperaturführung und ein prozesssicheres Füllen der Kavität, damit sogenannte Gruenlinge mit definierter Geometrie entstehen.
Einsatz in MIM- und CIM-Prozessketten
Typische Anwendungen liegen in Prozessketten für Metal Injection Moulding und Ceramic Injection Moulding. Die Maschinen werden dort eingesetzt, wenn kleine bis mittelgrosse, geometrisch anspruchsvolle Teile mit hoher Wiederholgenauigkeit geformt werden sollen. Relevante Einsatzfelder ergeben sich vor allem bei komplexen Bauteilen, bei denen das Formteil nach dem Spritzvorgang erst durch Entbindern und Sintern seine endgueltigen Werkstoffeigenschaften erhaelt.
Maschinenauslegung fuer abrasive und sensible Materialien
Bei pulverhaltigen Formmassen stehen Verschleiss, Materialschonung und konstante Prozessbedingungen im Vordergrund. Je nach Feedstock koennen Bauteile der Plastifizier- und Einspritzeinheit besonders beansprucht werden, weshalb die Werkstoffwahl der maschinenseitigen Komponenten relevant ist. Ebenso sind reproduzierbare Dosierung, angepasste Schnecken- und Zylinderkonzepte sowie eine stabile Werkzeuganbindung von Bedeutung, weil bereits geringe Abweichungen den weiteren Verlauf von Entbindern und Sintern beeinflussen koennen.
Abgrenzung zu anderen Spritzgussmaschinen
Innerhalb der Kategorie Spritzgussmaschinen bilden Anlagen fuer Metallpulver/Keramik einen spezialisierten Bereich fuer pulvergebundene Feedstocks. Sie unterscheiden sich von Spritzgussmaschinen fuer Thermoplaste, weil nicht primär das Schmelzverhalten eines Kunststoffs, sondern die Verarbeitung einer Pulver-Binder-Masse im Vordergrund steht. Gegenueber Duroplast- oder Kautschukmaschinen ergeben sich andere Material- und Prozessanforderungen, und im Unterschied zu Spritzpressmaschinen oder Reaktionsgiessmaschinen basiert das Verfahren weiterhin auf dem Einspritzen einer formbaren Masse in ein Werkzeug, jedoch mit anschliessender Entbinderungs- und Sinterstufe ausserhalb der Maschine.