Wie hydraulische Pressen arbeiten
Bei hydraulischen Pressen wird die Pressbewegung durch Druck in einem Hydrauliksystem erzeugt. Dadurch laesst sich die Kraft ueber den Hubverlauf gezielt aufbauen und halten. Im Unterschied zu rein mechanisch angetriebenen Pressen koennen Druck, Weg und Geschwindigkeit pro Prozessschritt meist genauer angepasst werden. Das ist vor allem dann relevant, wenn Werkzeuge kontrolliert geschlossen und Formteile waehrend einer definierten Zeit unter Druck gehalten werden muessen.
Typische Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung
Hydraulische Pressen werden in der Kunststoffbranche vor allem fuer Prozesse eingesetzt, bei denen Formwerkzeuge mit gleichmaessiger und steuerbarer Kraft beaufschlagt werden. Dazu zaehlen Anwendungen mit thermisch gefuehrten Werkzeugen, laengeren Presszeiten oder materialabhaengigen Druckprofilen. Solche Maschinen kommen unter anderem bei Formpressverfahren, bei duroplastischen oder kunstharzbasierten Werkstoffen sowie in verwandten Prozessen mit beheizten Pressplatten vor. Welche Ausfuehrung geeignet ist, haengt vom Werkstoff, vom Werkzeugaufbau und vom Prozessablauf ab.
Ausfuehrungen und prozessrelevante Merkmale
Hydraulische Pressen unterscheiden sich unter anderem nach Presskraft, Hub, Einbauraum, Werkzeuggroesse und Steuerungskonzept. Je nach Anwendung sind Merkmale wie geregelte Schliessgeschwindigkeit, Druckhaltefunktion, Temperaturfuehrung der Pressplatten oder die Einbindung von Beschickung und Entnahme relevant. Auch die Auslegung fuer einzelne Arbeitszyklen oder fuer getaktete Serienprozesse variiert. Damit ist die hydraulische Bauart kein einzelner Maschinentyp, sondern eine technische Grundkategorie mit unterschiedlichen Auspraegungen.
Abgrenzung zu anderen Pressenkategorien
Innerhalb der Hierarchie unter Pressen beschreibt Hydraulisch den Antrieb der Maschine. Davon zu unterscheiden sind Geschwisterleistungen wie Mechanisch, Pneumatisch oder Exzenterpressen, die andere Kraft- und Bewegungsprinzipien verwenden. Ebenfalls getrennt zu betrachten sind Bezeichnungen wie Hochdruck und Niederdruck, da sie eher den Prozess- oder Druckbereich als die Antriebsart benennen. Kategorien wie Duroplastpressen, Kunstharzpressen oder Vulkanisierpressen ordnen Pressen nach Werkstoff oder Anwendung ein; eine solche Presse kann technisch dennoch hydraulisch ausgefuehrt sein.