Wie Schäumverfahren an Ort ablaufen
Beim Schäumen an Ort werden die Ausgangskomponenten oder das schäumfähige Material unmittelbar am Verwendungsort verarbeitet. Der Schaum entsteht direkt in der vorgesehenen Form, im Hohlraum oder auf dem Bauteil und passt sich der vorhandenen Geometrie an. Dadurch entfällt in vielen Fällen der Zwischenschritt eines vorgefertigten Schaumteils mit separatem Transport und nachträglicher Anpassung.
Typische Einsatzsituationen für das Einbringen vor Ort
An-Ort-Verfahren werden eingesetzt, wenn Bauteilgeometrien erst auf der Baustelle, in der Anlage oder bei der Montage eindeutig feststehen. Typisch sind Hohlraumfüllungen, nachträgliche Ergänzungen, lokale Dämmungen oder das Ausschäumen schwer zugänglicher Bereiche. Auch bei Sanierungen und Umbauten kann das Verfahren sinnvoll sein, weil vorhandene Strukturen nicht vollständig demontiert werden müssen.
Rahmenbedingungen am Einsatzort
Die Qualität des Schaums hängt bei An-Ort-Verfahren stark von den Umgebungsbedingungen ab. Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung des Untergrunds, die Dosierung und Vermischung des Systems sowie Temperatur, Feuchtigkeit und verfügbare Arbeitsräume. Je nach Kunststoffsystem müssen zudem Ausdehnung, Reaktionszeit und Aushärtung so abgestimmt werden, dass das Material die gewünschte Form und Funktion erreicht.
Abgrenzung zu Schäumverfahren im Werk
Im Unterschied zum Schäumen im Werk erfolgt die Verarbeitung nicht unter konstanten Produktionsbedingungen, sondern in der realen Einbausituation. An-Ort-Verfahren sind deshalb vor allem dann passend, wenn individuelle Geometrien, grosse Bauteile oder nachträgliche Einbringung im Vordergrund stehen. Das Schäumen im Werk eignet sich eher für serielle Fertigung, standardisierte Abläufe und vorproduzierte Schaumteile mit definierten Prozessbedingungen.