Was unter Kunststoff-Kunststoff-Spritzguss verstanden wird
Die Leistung umfasst Spritzgussteile, bei denen ein Kunststoff mit einem weiteren Kunststoff zu einem gemeinsamen Formteil kombiniert wird. Je nach Bauteilfunktion können die Materialbereiche fest miteinander verbunden sein oder gezielt unterschiedliche Eigenschaften in einem Teil abbilden, etwa Steifigkeit, Elastizität, Oberflächenwirkung oder Abdichtung. Die technische Auslegung richtet sich nach Geometrie, Schwindungsverhalten, Haftung der Werkstoffe und der Lage der Trenn- und Fügezone.
Typische Anforderungen und Einsatzkontexte
Kunststoff-Kunststoff-Kombinationen werden eingesetzt, wenn ein einzelner Werkstoff die Anforderungen an Funktion und Verarbeitung nicht vollständig abdeckt. Häufig betrifft das Hart-Weich-Kombinationen, sichtbare und funktionale Oberflächen, mehrzonige Gehäuseteile oder Bauteile mit integrierten Dicht- und Griffbereichen. Bereits in der Bauteilauslegung müssen Belastung, Medienkontakt, Temperaturbereich und die Anforderungen an die Verbindungsstelle berücksichtigt werden.
Materialpaarungen und prozessbezogene Ausprägungen
Unterschieden wird unter anderem nach Hart-Hart-, Hart-Weich- oder transparent-opaken Kombinationen. Je nach Werkstoffpaarung kann die Verbindung stoffschlüssig, formschlüssig oder durch eine Kombination beider Prinzipien ausgelegt sein. Ebenso variiert der Fertigungsablauf: Manche Teile werden in einem abgestimmten Mehrschrittprozess im Werkzeug hergestellt, andere über aufeinanderfolgende Spritz- oder Umspritzvorgänge. Welche Variante geeignet ist, hängt von Geometrie, Stückzahl, Toleranzen und den Eigenschaften der eingesetzten Kunststoffe ab.
Abgrenzung innerhalb des Spritzgiessens
Innerhalb der Hierarchie gehört diese Leistung zum Spritzgiessen und beschreibt konkret die Materialkombination Kunststoff mit Kunststoff. Sie unterscheidet sich vom Kunststoff-Metall-Spritzguss und vom Umspritzen von Metallteilen, bei denen ein metallischer Träger eingebunden wird. Gegenüber Mehrkomponenten ist die Bezeichnung enger gefasst, weil sie die Kombination ausdrücklich auf Kunststoffe beschränkt. Von Kategorien wie Dünnwand-Teile, Mikro-Teile oder Teile höchster Präzision grenzt sich die Leistung dadurch ab, dass hier nicht die Geometrie- oder Genauigkeitsklasse, sondern die Materialpaarung im Vordergrund steht.