Was unter solchen Materialgemengen fällt
Gemeint sind Abfälle, deren Kunststoffanteil nicht als sortenreine oder ausschliesslich kunststoffbasierte Fraktion vorliegt. Der Fremdwerkstoff ist dabei ein wesentlicher Bestandteil des Abfalls, etwa Papier, Metall, Glas, Textilien, Holz oder mineralische Anteile. Solche Gemenge entstehen sowohl bei Produkten aus mehreren Materialschichten als auch bei montierten Bauteilen, die verschiedene Werkstoffe dauerhaft verbinden.
Typische Herkunft in Produktion und Rückbau
Anfallstellen sind unter anderem Verpackungen aus Mehrschichtverbunden, Bauabfälle aus dem Innenausbau, Fahrzeug- und Gerätekomponenten sowie industrielle Stanz-, Schneid- oder Montageabfälle. Auch Ausschuss aus der Verarbeitung kann in diese Kategorie fallen, wenn Kunststoffteile mit Trägermaterialien, Folien, Metalleinsätzen oder Verstärkungen verbunden sind. Im Rückbau treten solche Fraktionen oft in unregelmässiger Zusammensetzung und mit Anhaftungen auf.
Behandlung nach Trennbarkeit und Stoffaufbau
Für die Verwertung ist entscheidend, ob die Werkstoffe mechanisch, manuell oder anlagentechnisch voneinander getrennt werden können. Trennbare Bestandteile lassen sich nach vorgelagerter Sortierung den jeweiligen Stoffströmen zuführen. Bei stark verbundenen oder verunreinigten Gemengen steht dagegen die Behandlung des Gesamtmaterials im Vordergrund. Welche Route geeignet ist, hängt von Materialaufbau, Verschmutzung, Fremdanteilen, Stückgrösse und Homogenität der Charge ab.
Abgrenzung zu gemischten und reinen Kunststoffen
Im Unterschied zu gemischten Kunststoffen bestehen diese Fraktionen nicht nur aus verschiedenen Kunststoffarten, sondern enthalten zusätzlich andere Werkstoffe in relevanter Menge. Von reinen Kunststoffen unterscheiden sie sich durch den deutlich höheren Sortier- und Aufbereitungsaufwand. Innerhalb der Abfallverwertung bildet diese Leistung damit die Kategorie für mehrstoffliche Kunststoffabfälle, die weder als sortenreine Kunststofffraktion noch als reines Kunststoffgemisch erfasst werden.