Was unter PF-Reinharzen verstanden wird
Innerhalb der Phenol-Formaldehyd-Harze bezeichnet Reinharz das Harz selbst, also das eigentliche Bindemittel- oder Reaktionssystem ohne die typische Aufbereitung zu formgebenden oder stark formulierten Produkten. Im Unterschied zu Formmassen steht bei Reinharzen die Harzchemie im Vordergrund. Je nach System handelt es sich um unterschiedlich reaktive PF-Harze, die für weitere Rezepturen, Härtungsschritte oder Imprägnierungen vorgesehen sind.
Typische Einsatzkontexte in der Weiterverarbeitung
Reinharze werden dort eingesetzt, wo die PF-Chemie gezielt in einen weiteren Prozess eingebracht wird. Dazu gehören Anwendungen als Basis für Bindemittelsysteme, Harzformulierungen oder Imprägnierungen. Die Auswahl richtet sich danach, ob das Harz später gemischt, aufgetragen, gehärtet oder mit weiteren Komponenten eingestellt wird.
Chemische und liefertechnische Ausprägungen
PF-Reinharze können sich in ihrer chemischen Auslegung und in ihrer Lieferform deutlich unterscheiden. Üblich sind zum Beispiel resolische und novolakartige Systeme, die sich im Härtungsverhalten und in der weiteren Verarbeitung unterscheiden. Daneben variieren Viskosität, Feststoffgehalt, Reaktivität und die Form, in der das Harz bereitgestellt wird, etwa flüssig oder als fester Harztyp für die weitere Aufarbeitung.
Abgrenzung zu Halbzeug, Pressmassen und Pulver
Reinharze stehen in der Hierarchie unter Phenol-Formaldehyd-Harzen auf der Stufe des unverarbeiteten oder nur begrenzt aufbereiteten Harzmaterials. Pressmassen sind demgegenüber bereits für formgebende Verfahren vorbereitet und enthalten in der Regel weitere Bestandteile oder eine spezifische Aufbereitung. Halbzeug bezeichnet bereits geformte Zwischenprodukte, während Pulver meist eine definierte Liefer- oder Verarbeitungsform beschreibt und nicht zwingend dem chemisch unveränderten Reinharz entspricht.