Was eine wässerige PTFE-Dispersion ausmacht
Eine wässerige Dispersion besteht aus sehr feinen PTFE-Partikeln, die in Wasser verteilt vorliegen. PTFE wird dabei nicht gelöst, sondern als feste Phase in einem flüssigen Medium geführt. Diese Produktform eignet sich für Prozesse, bei denen das Material auf Oberflächen aufgebracht oder in poröse Strukturen eingebracht wird. Nach dem Entfernen des Wassers und einer geeigneten Wärmebehandlung kann sich eine zusammenhängende PTFE-Schicht bilden.
Typische Anwendungen für Beschichtung und Imprägnierung
Wässerige PTFE-Dispersionen werden eingesetzt, wenn die Eigenschaften von PTFE nicht in einem massiven Formteil, sondern an einer Oberfläche benötigt werden. Typische Anwendungen sind Beschichtungen auf metallischen oder temperaturbeständigen Trägern, die Ausrüstung von Geweben sowie die Behandlung poröser Materialien. Je nach Aufbau dienen solche Schichten beispielsweise als gleitfähige, trennende, chemisch beständige oder elektrisch isolierende Oberfläche.
Relevante Formulierungsmerkmale
Für die praktische Verarbeitung sind vor allem Feststoffgehalt, Partikelgrösse, Viskosität und die eingesetzten Hilfsstoffe relevant. Diese Merkmale beeinflussen, ob eine Dispersion eher für Sprühen, Tauchen, Giessen oder Imprägnieren geeignet ist. Auch das Verhalten beim Trocknen, die Benetzung des Untergrunds und die Stabilität während Lagerung und Verarbeitung unterscheiden sich je nach Formulierung. Deshalb werden wässerige Dispersionen innerhalb der PTFE-Gruppe nicht nur nach Polymer, sondern auch nach Verarbeitungsprofil unterschieden.
Abgrenzung zu Formmassen und Halbzeug
Innerhalb der PTFE-Produktformen steht die wässerige Dispersion neben Formmassen und Halbzeug. Formmassen sind für die Herstellung von PTFE-Teilen aus pulverförmigem Ausgangsmaterial vorgesehen, während Halbzeug bereits als vorgeformtes Material wie Platten, Stäbe oder Folien vorliegt. Die wässerige Dispersion ist dagegen für die flüssige Applikation auf Trägern oder in Strukturen gedacht. Sie ersetzt daher weder Rohmaterial für Formteile noch bereits extrudierte oder gesinterte Halbzeuge.