Imprägnieren und Durchtränken als spezifische Funktion
Bei Tränkharzen steht das vollständige Benetzen und Durchdringen eines Bauteils im Vordergrund. Das Harz wird so eingesetzt, dass es in Zwischenräume, Wicklungen oder Faserverbünde eindringt und dort nach der Härtung das Gefüge verfestigt. Träufelharze sind für eine gezielte Dosierung auf das Bauteil ausgelegt, während Tränkharze meist über ein Eintauch- oder Durchtränkverfahren verarbeitet werden.
Typische Einsatzfelder in der Elektrotechnik und Bauteilfertigung
Angewendet werden diese UP-Harze vor allem dort, wo Wicklungen, Spulen oder vergleichbare Baugruppen imprägniert werden. Das betrifft unter anderem elektrische Bauteile mit engen Zwischenräumen, bei denen das Harz nicht nur an der Oberfläche liegen soll. Je nach Anwendung dient die Imprägnierung der mechanischen Fixierung, dem Schutz des Aufbaus und einer gleichmässigen Harzverteilung im Inneren des Bauteils.
Verarbeitungsrelevante Merkmale von Tränk- und Träufelharzen
Für diese Harzgruppe sind Eigenschaften wie Viskosität, Benetzungsverhalten, Eindringvermögen und kontrollierte Aushärtung besonders relevant. Ein zu zähes System erreicht feine Hohlräume nur ungenügend, ein ungeeignetes Aushärteverhalten kann die Verarbeitung oder den Bauteilaufbau beeinträchtigen. Je nach Verfahren werden deshalb Formulierungen gewählt, die auf Tauchtränkung, Träufelauftrag oder ähnliche Imprägnierprozesse abgestimmt sind.
Abgrenzung zu anderen UP-Harzgruppen
Im Unterschied zu Giessharzen und Laminierharzen sind Tränkharze und Träufelharze nicht auf massiven Verguss oder den schichtweisen Laminataufbau ausgelegt. Gegenüber Kitten liegt der Fokus nicht auf dem Füllen oder Ausgleichen von Oberflächen, sondern auf dem Eindringen in das Bauteil. Von Pressmassen wie SMC oder formlosen Pressmassen unterscheiden sie sich grundlegend, weil sie als flüssige Imprägnierharze verarbeitet werden und nicht als formgebende Compound-Materialien.