POM-Rohre als Halbzeug
Ein POM-Rohr ist ein technisches Halbzeug aus Polyacetal mit durchgehendem Hohlraum. Im Unterschied zu fertigen Kunststoffrohren für Leitungsnetze steht hier nicht primär die Verrohrung im Bau im Vordergrund, sondern das Material als Ausgangsform für Bauteile, Lagerbuchsen, Distanzteile oder andere bearbeitete Komponenten. Die Geometrie reduziert den Materialabtrag gegenüber Vollmaterial, wenn ein zentrischer Hohlraum konstruktiv bereits vorgesehen ist.
Typische Verwendung in technischen Anwendungen
POM-Rohre werden dort verwendet, wo Bauteile mit guter Formstabilität, gleitfreundlicher Oberfläche oder präziser Bearbeitbarkeit benötigt werden. Typisch sind Anwendungen im Maschinenbau, Gerätebau, Vorrichtungsbau oder in der Herstellung von Funktionsteilen mit Innenbohrung. Als Halbzeug eignen sie sich insbesondere für Dreh- und Fräsbearbeitung, wenn aus einem Rohrabschnitt ein masshaltiges Kunststoffteil entstehen soll.
Werkstoffausführungen und geometrische Merkmale
Innerhalb der Werkstoffgruppe Polyacetale können Rohre als POM-Copolymer oder POM-Homopolymer angeboten werden. Die Auswahl hängt von den Anforderungen an das spätere Bauteil und an die Materialeigenschaften ab. Bei Rohren sind vor allem Aussendurchmesser, Innendurchmesser, Wandstärke, Längenformat und Toleranzbezug relevant, weil diese Merkmale den Bearbeitungsaufwand und den Materialeinsatz direkt beeinflussen.
Abgrenzung zu Stäben, Profilen, Platten und Folien
Rohre unterscheiden sich von Stäben durch den vorhandenen Hohlraum; bei Stäben muss dieser gegebenenfalls erst spanend eingebracht werden. Gegenüber Profilen haben Rohre in der Regel einen rotationssymmetrischen Querschnitt, während Profile freie oder funktionsbezogene Querschnitte aufweisen. Platten dienen vor allem als flächiges Ausgangsmaterial für Zuschnitte, Folien für dünnwandige Anwendungen. Innerhalb der Hierarchie gehören Rohre damit klar zu den POM-Halbzeugen mit hohlem Querschnitt.