Was unter Masterbatches zu verstehen ist
Masterbatches sind Granulate, die Farbmittel in konzentrierter Form enthalten. Sie bestehen typischerweise aus Pigmenten oder löslichen Farbstoffen, die in einer Trägermatrix eingebunden sind. Bei der Verarbeitung werden sie mit einem meist ungefärbten Kunststoff vermischt, sodass der gewünschte Farbton erst im Herstellprozess des Bauteils entsteht. Im Unterschied zu direkt eingesetzten Pulvern liegt das Farbmittel hier bereits in einer für die Dosierung und Handhabung aufbereiteten Form vor.
Typische Einsatzkontexte in der Kunststoffverarbeitung
Granulate (Masterbatches) werden in Prozessen eingesetzt, in denen thermoplastische Kunststoffe verarbeitet werden, etwa beim Spritzgiessen, Extrudieren oder Blasformen. Sie eignen sich für Serienfertigungen mit wiederkehrenden Farbeinstellungen ebenso wie für wechselnde Produktionen mit unterschiedlichen Farbtönen. Relevante Kriterien im Einsatz sind die Verträglichkeit mit dem Basispolymer, das gewünschte Erscheinungsbild des Endprodukts und die gleichmässige Verteilung der Farbmittel im Material. Auch bei opaken, transparenten oder stark deckenden Einstellungen wird die Farbzugabe über Masterbatches häufig prozessnah vorgenommen.
Varianten nach Farbwirkung und Trägersystem
Masterbatches unterscheiden sich unter anderem nach Farbcharakter, Pigmentierung und Trägermaterial. Üblich sind Farbmasterbatches für definierte Töne sowie Schwarz- und Weissmasterbatches für Standardanwendungen. Je nach Anforderung kommen Trägersysteme zum Einsatz, die auf bestimmte Polymere abgestimmt sind oder in mehreren Werkstoffen verwendet werden können. Zusätzlich gibt es Ausführungen für besondere optische Effekte, etwa transluzente, metallische oder fluoreszierende Erscheinungen, sofern diese mit dem jeweiligen Kunststoff und Verfahren kompatibel sind.
Abgrenzung zu Flüssigkeiten, Pasten und Pulvern
Innerhalb der Farbmittel nach Form und Funktion stehen Granulate neben Flüssigkeiten, Pasten und Pulvern. Masterbatches sind von diesen Formen vor allem durch ihre feste, rieselfähige Aufbereitung zu unterscheiden. Gegenüber Pulvern erleichtern sie häufig die staubarme Handhabung und die Einbindung in gravimetrische oder volumetrische Dosiersysteme. Im Unterschied zu Flüssigkeiten und Pasten werden sie nicht als viskose oder pumpfähige Medien zugeführt, sondern wie ein zusätzliches Granulat verarbeitet. In der Hierarchie gehören sie damit klar zur Form der Farbmittelzubereitung und nicht zu eigenständigen Kunststoffrohstoffen ausserhalb der Einfärbung.