Aufbau und Wirkprinzip von Masterbatches
Ein Masterbatch enthält einen hohen Anteil an Pigmenten oder funktionellen Zusatzstoffen, eingebettet in ein Trägerpolymer. Bei der Verarbeitung wird dieses Konzentrat dem Basismaterial zugemischt, damit sich Farbe oder Funktion im Endprodukt verteilen. Die Qualität der Dispersion, die Verträglichkeit mit dem Zielpolymer und die Verarbeitungsbedingungen beeinflussen das Ergebnis direkt.
Typische Anwendung in der Kunststoffverarbeitung
Masterbatches werden in Verfahren wie Extrusion, Spritzguss oder Blasformen eingesetzt, wenn Eigenschaften erst im Verarbeitungsprozess eingestellt werden sollen. Typische Zwecke sind Einfärbung, UV-Schutz, antistatische Ausrüstung, Gleitverhalten oder andere verarbeitungs- und anwendungsbezogene Effekte. Sie werden sowohl mit Neuware als auch in bestimmten Fällen mit Rezyklaten kombiniert, sofern Träger und Anwendung dazu passen.
Farbmasterbatches und Masterbatches mit Zusatzstoffen
Eine grundlegende Unterscheidung verläuft zwischen Masterbatches zum Färben und Masterbatches mit anderen Zusatzstoffen. Farbmasterbatches dienen primär der definierten Einfärbung, während Additivmasterbatches funktionelle Eigenschaften wie Lichtschutz, Flammschutz oder Antistatik einbringen können. Je nach Anforderung sind auch Kombinationsmasterbatches möglich, bei denen Farbe und Funktion in einem Konzentrat zusammengefasst werden.
Abgrenzung zu Pigmenten, Additiven und Compounds
Masterbatches sind von reinen Pigmenten oder einzelnen Additiven zu unterscheiden: Sie enthalten diese Stoffe bereits in verarbeitbarer, dosierbarer Form. Gegenüber Compounds liegt der Unterschied darin, dass das Basispolymer nicht vollständig vorformuliert geliefert wird, sondern die Einstellung erst beim Verarbeiter erfolgt. Damit sind Masterbatches eine Form der Zugabe, nicht dasselbe wie die chemische Wirkstoffgruppe oder ein fertig eingestelltes Kunststoffcompound.