Fehlererkennung auf der Folienbahn
Inspektionssysteme prüfen Folien während der Produktion oder Weiterverarbeitung auf Abweichungen im Materialbild. Erfasst werden je nach Aufbau unter anderem Einschlüsse, Gelpartikel, Kratzer, Löcher, Falten, Verschmutzungen, Randfehler, Druckfehler oder Unregelmässigkeiten in Beschichtungen. Die Systeme arbeiten typischerweise mit optischen Sensoren oder Kameras und ordnen erkannte Auffälligkeiten einer Bahnposition oder einem Rollenabschnitt zu.
Typische Einsatzorte in Folienprozessen
Eingesetzt werden Inspektionssysteme in der Folienextrusion, beim Strecken, Beschichten, Bedrucken, Kaschieren sowie in Schneid- und Wickelprozessen. Sie dienen der laufenden Überwachung von transparenten, opaken, eingefärbten oder bedruckten Folien. Je nach Prozessschritt kann die Inspektion auf Materialfehler, Registerabweichungen, Oberflächendefekte oder wiederkehrende Musterfehler ausgerichtet sein.
Systemausführungen und Prüfschwerpunkte
Die Ausführung richtet sich nach Material, Bahnbreite, Laufgeschwindigkeit und Prüfziel. Unterschieden werden unter anderem Systeme für Oberflächeninspektion, Druckbildkontrolle, Beschichtungsüberwachung oder die Erkennung von Bahn- und Randfehlern. Bei transparenten oder spiegelnden Folien ist die Beleuchtung ein wesentlicher Teil des Systems, weil Defekte je nach Lichtführung unterschiedlich sichtbar werden. Ergänzend können Bildspeicherung, Fehlerklassierung oder die Zuordnung zu Rollenprotokollen integriert sein.
Abgrenzung zu Mess- und Prozesshilfssystemen
Inspektionssysteme sind innerhalb der Folientechnik von Breitenmessgeräten und Dickenmessgeräten zu unterscheiden. Diese liefern quantitative Messwerte zur Geometrie oder Materialverteilung, während Inspektionssysteme visuelle oder optisch erkennbare Fehlerbilder identifizieren. Von Befeuchtung, Bestäubung und Blasköpfen grenzen sie sich ebenfalls klar ab: Diese beeinflussen den Prozess oder die Bahnlage, übernehmen aber keine systematische Defekterkennung.