Funktionsprinzip von Siebwechslern in der Schmelzefiltration
Ein Siebwechsler sitzt üblicherweise zwischen Plastifiziereinheit oder Extruder und dem nachfolgenden Werkzeug. Die Kunststoffschmelze wird durch ein oder mehrere Filtersiebe geführt, die feste Bestandteile zurückhalten. Wenn das Sieb beladen ist und der Druck ansteigt, wird es ersetzt oder in eine neue Filterposition gewechselt. Damit wird die Schmelze vor dem Austritt aus der Anlage gereinigt und die nachfolgende Verarbeitung stabilisiert.
Typische Einsatzbereiche in Extrusion, Recycling und Compoundierung
Siebwechsler werden vor allem in Extrusionsprozessen verwendet, etwa bei Folien, Platten, Rohren, Profilen oder Granulierlinien. Auch in der Aufbereitung von Rezyklaten und in der Compoundierung sind sie verbreitet, weil dort mit schwankender Materialqualität und Fremdstoffanteilen gerechnet werden muss. In solchen Anwendungen dient der Siebwechsler dazu, Störstoffe aus der Schmelze abzufangen, bevor sie Werkzeuge, Düsen oder nachfolgende Aggregate beeinflussen.
Bauarten und Ausführungen von Siebwechslern
Je nach Anlage kommen unterschiedliche Bauarten zum Einsatz, darunter manuell betätigte Systeme, hydraulische Ausführungen oder kontinuierlich arbeitende Lösungen. Unterschieden wird unter anderem danach, ob der Wechsel mit Produktionsunterbruch erfolgt oder ob der Materialstrom weitgehend aufrechterhalten bleibt. Für die Auswahl relevant sind unter anderem Schmelzedurchsatz, Druckverhalten, Materialart, Verschmutzungsgrad und die Anforderungen an Reinigbarkeit und Wartung.
Abgrenzung zu Filtersieben, Rundfiltern und Metallabscheidern
Innerhalb der Kategorie Abscheider, Filter und Siebe bezeichnet der Siebwechsler nicht das Filtermedium selbst, sondern die Einheit zum Aufnehmen und Wechseln der Siebe im Prozess. Filtersiebe sind die eigentlichen Verschleissteile, die im Siebwechsler eingesetzt werden. Rundfilter beschreiben andere Filterbauformen für bestimmte Anlagenkonzepte, während Metallabscheider und Metallabscheidegeräte metallische Fremdkörper detektieren oder ausschleusen und nicht die Schmelze über ein austauschbares Sieb filtern. Monomer- und Ölnebelabscheider wiederum gehören in andere Verfahrensschritte und sind nicht für die Schmelzefiltration ausgelegt.