Was Bestäubungsapparate in der Kunststoffverarbeitung leisten
Ein Bestäubungsapparat bringt Pulver, Trennmittel oder andere trockene Hilfsstoffe kontrolliert auf eine Oberfläche auf. Ziel ist nicht die Reinigung, sondern ein definierter Oberflächenauftrag. Je nach Verfahren steht eine gleichmässige Verteilung, eine begrenzte Auftragsmenge oder die sichere Zuführung des Pulvers im Vordergrund.
Typische Einsatzsituationen bei Kunststoffbahnen und Formteilen
Bestäubungsapparate werden in Anlagen eingesetzt, in denen Kunststoffoberflächen nach dem Herstellungs- oder Umformprozess weitertransportiert, gestapelt, getrennt oder verpackt werden. Typische Anwendungen betreffen bahnförmige Materialien wie Folien ebenso wie einzelne Teile, deren Oberfläche für den nächsten Prozessschritt konditioniert werden soll. Relevant ist die Technik auch dann, wenn Materialien im Takt oder kontinuierlich bearbeitet werden und der Pulverauftrag reproduzierbar bleiben muss.
Ausführungen nach Materialführung, Dosierung und Auftragsprinzip
Die Auslegung richtet sich unter anderem nach Pulverart, Korngrösse, Bauteilgeometrie und Liniengeschwindigkeit. In der Praxis gibt es Lösungen für bahnförmige Produkte, für diskrete Werkstücke sowie für integrierte Anwendungen innerhalb bestehender Produktionslinien. Unterschiede bestehen zudem bei Dosiermechanik, Verteilung des Pulvers, Einhausung und der Anbindung an Förder-, Absaug- oder Steuerungstechnik.
Abgrenzung zu Reinigung, Vorbehandlung und anderen Auftragsgeräten
Innerhalb der Leistung "Reinigung, Recycling und Oberflächenauftrag" gehören Bestäubungsapparate zu den Systemen für trockenen Materialauftrag. Sie unterscheiden sich von Bahnreinigungsanlagen, Entstaubungsanlagen und Reinigungsbädern, die Verunreinigungen entfernen, statt Stoffe aufzubringen. Gegenüber Befeuchtungsapparaten arbeiten sie nicht mit Flüssigkeit, gegenüber Hotmelt-Auftragsgeräten nicht mit schmelzförmigem Material, und im Unterschied zu Coronavorbehandlungsgeräten oder Ionisationssystemen steht nicht die elektrische oder physikalische Oberflächenbehandlung im Vordergrund.