Funktionsprinzip des Maddock-Mischteils in der Einschnecke
Das Maddock-Mischteil teilt den Schmelzestrom auf und führt ihn wieder zusammen. Dabei entstehen definierte Scher- und Umlenkvorgänge, die Unterschiede in Temperatur, Farbverteilung oder Additivverteilung verringern. Die Mischsektion liegt typischerweise nach der eigentlichen Aufschmelzzone und bearbeitet vorwiegend bereits plastifizierte Schmelze. Ziel ist keine zusätzliche Materialförderung, sondern eine gleichmässigere Schmelze vor dem Austrag oder vor dem Werkzeug.
Typische Einsatzfälle in Extrusion und Spritzgiessen
Einschnecken mit Maddock-Mischteil werden verwendet, wenn eine bessere Homogenität der Schmelze prozessrelevant ist. Das betrifft unter anderem Farbmasterbatch, Additive, gefüllte Rezepturen oder wechselnde Materialchargen. Auch bei Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an Oberflächenbild, Masshaltigkeit oder gleichmässige Materialverteilung kann eine Mischsektion sinnvoll sein. Ob die Geometrie passt, hängt vom Werkstoff, vom Durchsatz und von der zulässigen thermischen und mechanischen Belastung ab.
Auslegungsfragen bei Schnecken mit Mischsektion
Bei der Auslegung werden Werkstoffverhalten, Viskosität, Scherempfindlichkeit und Verweilzeit berücksichtigt. Ein Maddock-Mischteil kann die Homogenisierung verbessern, verändert aber zugleich Druckverlauf, Energieeintrag und Reinigungsverhalten der Schnecke. Deshalb wird die Mischsektion nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Einzugs-, Kompressions- und Dosierbereich. Bei abrasiven oder korrosiven Materialien sind zudem Werkstoffwahl und Verschleissschutz der Schnecke relevant.
Abgrenzung zu Drei-Zonen-, Barrieren- und Stopfschnecken
Eine Drei-Zonen-Schnecke folgt dem Grundaufbau aus Einzug, Kompression und Dosierung und besitzt nicht zwingend eine ausgeprägte Mischsektion. Eine Ausführung mit Barrierenzone ist in erster Linie auf ein kontrollierteres Aufschmelzen ausgelegt, indem Feststoff und Schmelze getrennt geführt werden. Die Stopfschnecke dient vor allem der Materialaufnahme bei schwer förderbaren Schüttgütern und verfolgt einen anderen Schwerpunkt als die Schmelzehomogenisierung. Gegenüber Einschnecken mit anderen Mischgeometrien zeichnet sich das Maddock-Mischteil durch seine spezifische Art der Scher- und Verteilwirkung innerhalb der Schmelze aus.